Die Universitätsbibliothek Bamberg ist am Dienstag, 3. Februar, erfolgreich mit dem neuen Bibliotheksmanagementsystem FOLIO in den Echtbetrieb gestartet.
Das moderne Open-Source-System steuert künftig sämtliche zentralen Bibliotheksprozesse – von der Erwerbung und Lizenzierung über die Medienbereitstellung bis hin zur Finanzierung von Open-Access-Publikationen.
Symbolischer Auftakt in der Teilbibliothek 3
Der offizielle Start von FOLIO wurde in der Teilbibliothek 3 in der Feldkirchenstraße symbolisch begangen. Universitätspräsident Prof. Dr. Kai Fischbach lieh als erster Nutzer ein Buch über das neue System aus. Kanzlerin Dr. Dagmar Steuer-Flieser tätigte die erste Bestellung über FOLIO. Gemeinsam mit Gästen aus der Verbundzentrale des Bibliotheksverbunds Bayern (BVB) feierten die Beteiligten anschließend den erfolgreichen Systemstart.

Was ist FOLIO?
FOLIO steht für ‚The Future of Libraries is Open‘ und ist ein international entwickeltes Open-Source-Bibliothekssystem. Als sogenanntes Next-Generation-System ist es modular aufgebaut und setzt auf Offenheit, Transparenz und flexible Erweiterbarkeit. In den vergangenen Jahren wurde FOLIO national wie international intensiv weiterentwickelt. Ziel ist es, Bibliotheken eine zukunftsfähige, gemeinschaftlich entwickelte Softwarelösung zur Verfügung zu stellen.
Verbesserungen für Nutzerinnen und Nutzer
Für Nutzerinnen und Nutzer ist der Systemwechsel vor allem durch den neuen Bamberger Katalog spürbar, der bereits seit August 2025 verfügbar ist. Das Portal überzeugt durch:
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eine übersichtliche und moderne Oberfläche
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eine intuitive Suchfunktion
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eine gemeinsame Trefferanzeige der Bestände der Universitätsbibliothek, der Staatsbibliothek Bamberg sowie weiterer bayerischer Bibliotheken
Der neue Katalog erleichtert die Recherche erheblich und bündelt unterschiedliche Bestände in einer zentralen Ansicht.
Ein Angebot für die gesamte Öffentlichkeit
Die Universitätsbibliothek Bamberg steht nicht nur Angehörigen der Universität offen. Jede interessierte Person kann kostenlos einen Bibliotheksausweis beantragen. Aktuell nutzen rund 21.000 Menschen das vielfältige Angebot.
Der Bestand umfasst unter anderem:
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mehr als 1,6 Millionen Bände und Medieneinheiten
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über 1,3 Millionen E-Books
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rund 67.500 elektronische Zeitschriften
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mehr als 1.300 Datenbanken
Auszeichnung für besondere Architektur
Unabhängig vom Systemwechsel sorgte die Universitätsbibliothek kürzlich auch überregional für Aufmerksamkeit. Die Teilbibliothek 1 wurde in einem Instagram-Voting des Content-Netzwerks funk (ARD/ZDF) zur fünftschönsten Universitätsbibliothek Deutschlands gewählt. Grundlage der Abstimmung waren die Stimmen der Nutzerinnen und Nutzer.
Große Umstellung hinter den Kulissen
Die Einführung von FOLIO betraf nahezu alle Arbeitsbereiche der Universitätsbibliothek und erforderte eine umfangreiche Vorbereitungs- und Migrationsphase. Zahlreiche Prozesse mussten neu gedacht, angepasst und getestet werden. „Mit der Einführung von FOLIO machen wir unsere Bibliothek zukunftsfähig“, betont Dr. Fabian Franke, Direktor der Universitätsbibliothek Bamberg. Das System biete deutlich mehr Flexibilität und eröffne neue Möglichkeiten zur nachhaltigen Weiterentwicklung interner Abläufe.
Teamarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Der erfolgreiche Echtstart sei vor allem dem großen Engagement der Mitarbeitenden zu verdanken, so Franke weiter. „Ein Projekt dieser Größenordnung gelingt nur durch die hohe fachliche Kompetenz, den langen Atem und die enge Zusammenarbeit vieler Kolleginnen und Kollegen.“
Teil einer bayernweiten Entwicklung
FOLIO wird in den kommenden Jahren flächendeckend an den Hochschulbibliotheken in Bayern eingeführt. Mit dem Systemwechsel gehört die Universitätsbibliothek Bamberg nun zu einer wachsenden Gemeinschaft von Einrichtungen, die auf offene Standards und gemeinschaftlich entwickelte Softwarelösungen im Bibliothekswesen setzen.















