In seiner Predigt am Ostersonntag im Bamberger Dom hat Erzbischof Herwig Gössl deutlich Stellung zur kommerziellen Deutung des Osterfestes bezogen.
Der Anlass: Ein Werbespruch einer Supermarktkette mit dem Titel ‚Ostern wird zum Sparfest‘. Für Gössl ein Sinnbild dafür, wie weit sich die gesellschaftliche Wahrnehmung vom eigentlichen Kern des christlichen Hochfestes entfernt habe. „Ist das Ostern der Sitzhasen und Schokoeier nicht zu einer Farce verkommen?“ – mit dieser zugespitzten Frage forderte der Erzbischof eine Rückbesinnung auf die wahre Bedeutung von Ostern.
Hoffnung statt Beliebigkeit
Ostern sei kein Fest der Beliebigkeit, so Gössl, sondern ein Fest der Hoffnung – besonders in einer Zeit, die von Unsicherheiten, Krisen und Ängsten geprägt ist. Die Botschaft der Auferstehung Jesu Christi weise weit über das Alltägliche hinaus. Sie gebe den Menschen eine neue Perspektive und stärke die Zuversicht, dass Veränderung möglich ist – für die Welt, für die Gesellschaft und auch für die Kirche selbst. „Die österliche Botschaft macht einen weiten Horizont der Hoffnung auf, der herausreißt aus der Lethargie einer großen Unsicherheit, wie es weitergeht mit dieser Welt und dieser Menschheit und mit dieser Kirche.“
Der Auftrag zu handeln
Aus dem Osterfest erwachse nicht nur Trost, sondern auch ein Auftrag: Menschen Hoffnung zu geben, die in Not sind – etwa Geflüchteten, Kranken oder jenen, die unter gesellschaftlichem Leistungsdruck oder Abhängigkeiten leiden. Gössl stellte klar, dass eine ‚Sparversion‘ von Ostern diesem Anspruch nicht gerecht werden könne. „Mit einem Sparfest Ostern, das sich den Kern seines Inhalts erspart, kommen wir dagegen nicht an.“
Liebe, Hingabe und Freude – das wahre Ostern
Für Gössl ist Ostern ein Fest, das auf Hingabe und Liebe basiert – sichtbar im Tod und in der Auferstehung Jesu. Deshalb könne es nicht ‚billiger‘ gefeiert werden, ohne seine tiefere Bedeutung zu verlieren. Es sei ein Fest der überschwänglichen Freude, weil das Leben über den Tod gesiegt habe. „Ostern ist kein Sparfest, sondern ein Fest überfließender Hingabe und Liebe.“
Schokoeier nicht verboten – aber nicht das Zentrum
Zum Abschluss seiner Predigt relativierte der Erzbischof seine Kritik an äußeren Osterbräuchen. Er habe nichts gegen Schokoeier, solange sie nicht zum alleinigen Symbol des Festes werden. Vielmehr sei entscheidend, den wahren Inhalt nicht aus dem Blick zu verlieren: die österliche Hoffnung, die geteilt und weitergetragen werden will.














