Mitte November fand zum zehnten Mal das bundesweite Vernetzungstreffen des ‚Clubs der Agenda 2030 Kommunen‘ statt.
Über 275 Städte, Gemeinden und Landkreise gehören diesem Netzwerk mittlerweile an – darunter auch der Landkreis Bamberg, der bereits 2022 die Musterresolution zur Umsetzung der Agenda 2030 unterzeichnete. Mit diesem Schritt bekannte sich der Kreistag klar zu einer nachhaltigen Entwicklung auf lokaler und globaler Ebene. Die Unterzeichnung war jedoch nur der Auftakt zu einem strukturierten Prozess: Kurz darauf startete eine umfassende Bestandsaufnahme, um zu prüfen, welche Beiträge die Landkreisverwaltung bereits leistet, wo Handlungsfelder bestehen und wie die vorhandenen Aktivitäten weiterentwickelt werden können. Diese Analyse bildete die Grundlage für die Nachhaltigkeitsstrategie, die durch eine Förderung von ‚Engagement Global‘ (SKEW) mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt wurde.
Nachhaltigkeitsstrategie als Fundament
Die erarbeitete Strategie legt zentrale Ziele und Maßnahmen fest, die die Verwaltung in den kommenden Jahren umsetzen möchte. Sie umfasst unter anderem:
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Stärkung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
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Förderung klimafreundlicher Mobilität
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Ressourcenschonendes Handeln in Verwaltung und Einrichtungen
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Stärkung sozialer Teilhabe und globaler Verantwortung
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Unterstützung nachhaltigen Engagements lokaler Akteuren
Um diese Inhalte sichtbar zu machen, stellt der Landkreis Bildungs- und Informationsmaterialien bereit, die die Bevölkerung für Nachhaltigkeitsthemen sensibilisieren sollen. Neben Print- und Online-Materialien gehören dazu auch Veranstaltungen, Workshops und kreative Projekte.
Austausch und Impulse aus ganz Deutschland
Für die Weiterentwicklung solcher Strategien sind Netzwerke wie der ‚Club der Agenda 2030 Kommunen‘ besonders wertvoll. Das Bildungsbüro des Landkreises Bamberg war daher auch beim diesjährigen Treffen in Frankfurt am Main vertreten. Veranstaltungsort war der historische Frankfurter Römer, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen bundesweit zum zweitägigen Austausch trafen. In verschiedenen Fachforen und World Cafés diskutierten die Teilnehmenden darüber, wie Nachhaltigkeitsziele vor Ort umgesetzt werden können, welche Herausforderungen bestehen und welche Projekte sich in der Praxis bereits bewährt haben.
Der Blick über die eigene Kommune hinaus ermöglicht es, erfolgreiche Ansätze anderer zu übernehmen und neue Ideen für die eigene Arbeit mitzunehmen. Beim Plenum stellte das Bildungsbüro des Landkreises Bamberg mehrere Projekte aus der regionalen Nachhaltigkeitsstrategie vor. Dazu gehörte unter anderem der Fotowettbewerb ‚Nachhaltig leben im Landkreis Bamberg‘, der Bürgerinnen und Bürger motivierte, ihre eigenen Beiträge zu einer nachhaltigen Lebensweise sichtbar zu machen.
Anerkennung für zeichnende Kommunen
Ein besonderer Moment der Veranstaltung war die feierliche Überreichung der Anerkennungsurkunden an die Kommunen, die die Musterresolution unterschrieben haben. Vertreterinnen und Vertreter der SKEW, des BMZ und des Deutschen Städte- und Gemeindebunds (DStGB) würdigten damit das Engagement der Kommunen, die sich aktiv zu den globalen Nachhaltigkeitszielen bekennen. Auch der Landkreis Bamberg gehört zu diesen Zeichnungskommunen – ein sichtbares Zeichen für die Verpflichtung, die ‚Agenda 2030‘ mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen auf lokaler Ebene konsequent weiter voranzutreiben.
Bedeutung der Agenda 2030 für die Region
Die Agenda 2030 setzt einen umfassenden Rahmen für nachhaltige Entwicklung. Für einen Landkreis wie Bamberg bedeutet das:
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Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel
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Nachhaltige Mobilität und Infrastruktur
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Gerechte Bildungschancen
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Regionale Wirtschaftsförderung mit Zukunftsorientierung
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Globale Verantwortung in allen kommunalen Bereichen
Durch die strategische Ausrichtung gewinnt der Landkreis zusätzliche Handlungssicherheit. Gleichzeitig entsteht ein verbindlicher Rahmen, um Maßnahmen langfristig, transparent und messbar umzusetzen.
Bildungsarbeit als Schlüssel zur Nachhaltigkeit
Ein zentraler Baustein der Bamberger Nachhaltigkeitsstrategie ist die Stärkung der Bildungsarbeit. Denn nachhaltige Entwicklung gelingt nur, wenn alle – von Kindern über Jugendliche bis zu Erwachsenen – informiert, beteiligt und motiviert werden.
Zu den Maßnahmen gehören:
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Workshops und Unterrichtsmaterialien für Schulen
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Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte
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Bürgeraktionen wie Wettbewerbe und Thementage
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Informationsangebote zu nachhaltigem Alltagshandeln
Solche Aktivitäten schaffen Bewusstsein, fördern Engagement und tragen dazu bei, dass Nachhaltigkeit im Alltag verankert wird.
Blick in die Zukunft: Was als Nächstes kommt
Mit der Teilnahme am Vernetzungstreffen, der aktiven Bildungsarbeit und der konsequenten Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie zeigt der Landkreis Bamberg, wie lokale Verantwortung für globale Ziele gelebt werden kann. Der Austausch mit anderen Kommunen wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen – ebenso wie die Weiterentwicklung eigener Projekte und das Einbinden der Bevölkerung. Durch kontinuierliche Verbesserungen, neue Impulse und eine breite Beteiligung kann der Landkreis die Agenda 2030 Schritt für Schritt weiter voranbringen.
Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen, dass die Umsetzung der Agenda 2030 keine isolierte Verwaltungsaufgabe ist, sondern eine gesamtgesellschaftliche Bewegung, die von Kooperation, Austausch und Engagement lebt. Der Landkreis Bamberg setzt dabei auf Offenheit, Transparenz und die aktive Beteiligung der Menschen vor Ort – damit nachhaltige Entwicklung zur gemeinsamen Zukunftsaufgabe wird.












