Trotz angespannter Haushaltslage stellt sich der Landkreis Bamberg finanziell breit auf und investiert weiter gezielt in zentrale Zukunftsbereiche.
Mit einem Volumen von rund 20 Millionen Euro setzt der neue Kreishaushalt 2025 deutliche Schwerpunkte auf Bildung, Gesundheit und Infrastruktur. Gleichzeitig bleibt der Landkreis mit einer moderaten Erhöhung der Kreisumlage finanziell handlungsfähig.
Stabilität trotz steigender Ausgaben
Bei der Sitzung des Kreistages am 8. Mai 2025 wurde der Haushalt für das laufende Jahr verabschiedet – mit einem Investitionsvolumen von rund 20 Millionen Euro. Landrat Johann Kalb betonte dabei die solide Haushaltspolitik der vergangenen Jahre, die nun Früchte trage. „Wir haben in den letzten Jahren sehr gut und mit Vernunft gewirtschaftet, viel investiert und gleichzeitig Schulden ab- und Rücklagen aufgebaut. Das zahlt sich jetzt aus“, so Kalb. Trotz steigender Kosten in zentralen Bereichen wie Gesundheit, Soziales, ÖPNV und Bezirksumlage könne der Landkreis seine finanziellen Handlungsspielräume nutzen – wenn auch mit gezielten Korrekturen.
Erhöhung der Kreisumlage als finanzpolitischer Ausgleich
Zur Finanzierung des Haushalts wurde eine moderate Anhebung der Kreisumlage um drei Punkte auf 45,5 Prozent beschlossen. Laut Kalb ein „fairer Kompromiss in der kommunalen Familie Bezirk – Landkreis – Gemeinden“. Mit diesem Satz bleibt der Landkreis Bamberg weiterhin auf dem niedrigsten Niveau innerhalb Oberfrankens. Gleichzeitig steigen die Abgaben an den Bezirk: Die um 2,3 Punkte erhöhte Bezirksumlage führt dazu, dass im Jahr 2025 42 Millionen Euro an den Bezirk Oberfranken abgeführt werden müssen.
20-Millionen-Euro-Investitionspaket für 2025
Trotz der angespannten Gesamtlage hält der Landkreis an seinem Investitionskurs fest. Die Schwerpunkte liegen klar auf den Bereichen Bildung, Gesundheit und Infrastruktur.
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8 Millionen Euro fließen in Baumaßnahmen an der Realschule Scheßlitz und der Förderschule Stappenbach.
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5 Millionen Euro werden in das Gesundheitswesen investiert – insbesondere durch eine Kapitalerhöhung zugunsten der Krankenhausgesellschaft, die den Erhalt der Kliniken und Pflegeeinrichtungen sichern soll.
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Weitere 4,7 Millionen Euro sind für den Ausbau von Radwegen und Kreisstraßen vorgesehen.
Diese Investitionen sollen nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern auch Arbeitsplätze sichern und regionale Strukturen stärken.
Weitere Projekte im Haushalt 2025 verankert
Neben den Großprojekten sieht der Kreishaushalt auch gezielte Mittel für Zukunftsprojekte vor. So wird 2025 die dritte und letzte Rate in Höhe von 500.000 Euro für den Cleantech Innovation Park fällig – ein Projekt, das die Innovationskraft der Region stärken soll.
Rund 1,5 Millionen Euro sind für Planungen und Grunderwerb vorgesehen. Diese betreffen:
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das neue Katastrophenschutzzentrum,
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die Sanierung des Leitungssystems des Landratsamts,
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sowie den Erwerb eines Gebäudes in der Nachbarschaft des Bauernmuseums Frensdorf.
Haushaltsstrategie bleibt auf Stabilität und Solidarität ausgerichtet
Ein zentrales Ziel des neuen Haushaltsplans ist es, weiterhin solide zu wirtschaften, ohne die Handlungsfähigkeit zu verlieren. Drei Viertel des Mehrbedarfs von knapp 20 Millionen Euro werden durch Einsparungen, Rücklagen und Kredite gedeckt. Nur ein Viertel entfällt auf die Anhebung der Kreisumlage. „Das zeigt, wie verantwortungsvoll wir unseren Gemeinden gegenüber waren und bleiben, denn viele andere Landkreise müssen auch in der aktuell schwierigen Finanzsituation von einem bereits höheren Niveau aus noch deutlich stärker anheben als wir“, erklärt Kolb.
Mit dem verabschiedeten Haushalt setzt der Landkreis Bamberg ein klares Zeichen für Stabilität und Zukunftsorientierung. Die Kombination aus Investitionen, maßvoller Umlageerhöhung und Haushaltsdisziplin soll auch in den kommenden Jahren eine verlässliche Entwicklung ermöglichen. Landrat Kalb appelliert dabei an alle Beteiligten, weiterhin mit Vernunft und Weitblick zu wirtschaften.