Nach bestehenden Stadtratsbeschlüssen wird das Großprojekt künftig in drei Bauabschnitten umgesetzt. Die Ausschreibung soll nach der Vollsitzung des Stadtrats am 25. März 2026 erfolgen. Oberbürgermeister Andreas Starke betont dabei unmissverständlich: „Wir haben den Auftrag vom Stadtrat, das Projekt Tiefensammler umzusetzen. Daran halten wir uns.“
Klare Beschlusslage und gesicherte Finanzierung
Grundlage für das weitere Vorgehen ist der einstimmige Grundsatzbeschluss des Bau- und Werksenats vom 8. Mai 2024, der den Tiefensammler als technische Lösung zur Sanierung der Mischwasserbehandlung Bamberg-Ost festlegt. Mit dem Wirtschaftsplan 2026 von Bamberg Service, beschlossen am 10. Dezember 2025, wurde zudem die finanzielle Basis für den ersten Bauabschnitt geschaffen. Die nun anstehenden Schritte erfolgen damit auf Basis klarer politischer und finanzieller Entscheidungen.
Gesetzliche Verpflichtung zum Gewässer- und Hochwasserschutz
Die Stadt handelt bei dem Projekt nicht freiwillig, sondern erfüllt gesetzliche Anforderungen. OB Starke macht deutlich: „Der Tiefensammler ist zwingend erforderlich, um die gesetzlichen Vorgaben zum Gewässer- und Hochwasserschutz einzuhalten.“ Sowohl das Wasserwirtschaftsamt als auch die zuständige Umweltschutzbehörde haben der Stadt verbindliche Fristen gesetzt, um Defizite im Entwässerungssystem zu beheben und den Gewässerschutz sicherzustellen.
Anpassung der Ausschreibung aus fachlichen Gründen
Aus technischen und organisatorischen Gründen wird das Projekt nun in drei Bauabschnitte gegliedert. Diese Aufteilung machte eine Anpassung und zeitliche Verschiebung der Ausschreibung notwendig, ohne den Gesamtzeitplan zu gefährden. Gleichzeitig reduziert sie Risiken im Vergabeverfahren und schafft mehr Planungssicherheit.
Die drei Bauabschnitte im Überblick
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Bauabschnitt 1: Baufeldfreimachung und unterirdischer Kanalbau im Bereich Margaretendamm bis Erlöserkirche sowie Geisfelderstraße bis Moosstraße
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Bauabschnitt 2: Umsetzung des Abschnitts Erlöserkirche / Bleichanger / Geisfelderstraße
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Bauabschnitt 3: Wiederherstellung der Freiflächen sowie Errichtung der für Wartung und Betrieb notwendigen Hochbauten
Gerade im dritten Bauabschnitt ist eine intensive Bürgerbeteiligung vorgesehen.
Zeitgewinn schützt Natur und Artenvielfalt
Ein wichtiger Aspekt der neuen Bauabschnittsplanung ist der Natur- und Artenschutz. Bei der ursprünglichen Zeitplanung bestand das Risiko, dass notwendige Baumfällungen in die Vegetations- und Brutzeit gefallen wären. Durch die Anpassung konnte dieses Risiko minimiert werden. Tobias Schenk, Leiter des Klima- und Umweltamts, betont: „Als Umweltschutzbehörde liegt uns nichts ferner, als dass Bäume gefällt werden. Nach Abwägung umweltfachlicher und rechtlicher Belange hat hier der Gewässerschutz Priorität.“
Deutliche Reduzierung der Baumfällungen
Der Baumschutz war ein handlungsleitendes Element der Planung. Durch eine detaillierte Feinplanung konnte die Zahl der notwendigen Baumfällungen von ursprünglich 127 auf 45 reduziert werden. OB Starke spricht von einem wichtigen Erfolg. Baureferentin Annegret Michler ergänzt, dass alle Eingriffe auf Basis eines baumfachlichen Gutachtens erfolgen und entsprechende Ersatzpflanzungen vorgesehen sind.
Vorteile für Anwohnende und Gewerbe
Ein weiterer Vorteil der neuen Bauabschnittsplanung: Der südliche Bereich am Adenauer-Ufer wird erst im Jahr 2027 umgesetzt. Im Jahr 2026 sind dort lediglich kleinere vorbereitende Maßnahmen vorgesehen. Eine Sperrung des Geh- und Radwegs am Adenauerufer entfällt in diesem Zeitraum. Davon profitiert auch der ‚Kiosk Kunni‘, der im Jahr 2026 uneingeschränkt erreichbar bleibt – eine gute Nachricht für Betreiber und Gäste.
Dialog mit Bürgerschaft und Interessengruppen
Die Stadt nutzt die zeitliche Anpassung, um in der Stadtratssitzung am 25. März 2026 offene Fragen aus den Fraktionen und der Bürgerschaft zu beantworten. Dabei stellt OB Starke klar: „Die grundsätzliche Entscheidung für den Bau des Tiefensammlers steht nicht zur Diskussion.“ Parallel dazu findet ein intensiver Austausch mit Anwohnenden, Verkehrsverbänden und weiteren Interessensgruppen statt, um Einschränkungen möglichst gering zu halten. Die Informationen auf der städtischen Homepage werden kontinuierlich erweitert und aktualisiert.
Kosten und Investitionsumfang
Für die Bauabschnitte 1 und 2 liegen inzwischen verpreiste Leistungsverzeichnisse vor. Das Kostenvolumen beträgt rund 92 Millionen Euro. Die Kosten für den dritten Bauabschnitt können aufgrund des aktuellen Planungsstandes noch nicht abschließend beziffert werden. Die Investition dient dazu, die Entwässerungsinfrastruktur langfristig zu sichern und künftige Überflutungen, etwa von Bahnunterführungen, zu vermeiden.
Hintergrund: Der Tiefensammler Bamberg-Ost
Der Tiefensammler wird auf einer Länge von rund 3,6 Kilometern in einer Tiefe von 8 bis 20 Metern unter der Erdoberfläche gebaut. Der Kanal erhält einen Innendurchmesser von 2,4 Metern und ein Stauraumvolumen von etwa 15.000 Kubikmetern. Gebaut wird überwiegend im grabenlosen Rohrvortrieb. Der Tiefensammler verbindet mehrere bestehende Abwasserkanäle, sammelt das Mischwasser und leitet es kontrolliert zu einem neuen Pumpwerk am Margaretendamm und von dort weiter zur Kläranlage.
Leah
Als Bambergerin mit Leib und Seele ist Leah unsere Redakteurin für das lokale Geschehen. Sie kennt die Stadt wie ihre Westentasche und weiß ganz genau, wo der Hase wirklich läuft.
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