Das umfangreiche Datenwerk macht soziale und demografische Strukturen innerhalb der Stadt kleinräumig vergleichbar. Insgesamt werden 32 Indikatoren betrachtet. Gleichzeitig zeigt der Atlas, wie sich die Stadtgesellschaft über mehrere Jahre hinweg entwickelt hat. Damit dient die Auswertung als Grundlage, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und unterschiedliche Entwicklungen innerhalb Bambergs sichtbar zu machen. Ein zentrales Ergebnis: Bamberg ist im regionalen Vergleich weiterhin eine eher junge Stadt. Gleichzeitig schreitet auch hier der demografische Wandel voran.
Durchschnittsalter steigt auf 43 Jahre
Innerhalb Oberfrankens weist Bamberg unter den kreisfreien Städten weiterhin das niedrigste Durchschnittsalter auf. Trotzdem ist die Bevölkerung in den vergangenen Jahren älter geworden. Lag das Durchschnittsalter im Jahr 2022 noch bei 42,5 Jahren, waren es 2025 bereits 43,0 Jahre. Auch der Anteil der Menschen ab 65 Jahren ist gestiegen. 2022 gehörten 19,7 Prozent der Stadtbevölkerung dieser Altersgruppe an. Drei Jahre später lag der Anteil bei 20,6 Prozent. Die Entwicklung stellt die Stadt vor verschiedene Herausforderungen. Dazu gehören unter anderem die Mobilität älterer Menschen, altersgerechtes Wohnen, eine wohnortnahe Versorgung sowie Pflege- und Unterstützungsangebote.
Mehr als zehn Jahre Unterschied zwischen den Sozialräumen
Wie unterschiedlich die Altersstruktur innerhalb Bambergs ist, zeigt der Blick auf die einzelnen Sozialräume besonders deutlich. Im Sozialraum Bamberg-Nord ist nicht einmal jeder zehnte Einwohner 65 Jahre oder älter. Im Sozialraum Bruderwald gehört dagegen mehr als jeder dritte Einwohner zu dieser Altersgruppe. Auch beim Durchschnittsalter zeigt sich ein deutlicher Unterschied. Während die Menschen in Bamberg-Nord durchschnittlich 36,7 Jahre alt sind, liegt das Durchschnittsalter im Bruderwald bei 49,8 Jahren. Damit liegen zwischen den beiden Sozialräumen mehr als zehn Jahre Unterschied beim Durchschnittsalter.
Auch die Staatsangehörigkeiten unterscheiden sich
Unterschiede gibt es nicht nur bei der Altersstruktur. Auch die Zusammensetzung der Bevölkerung fällt zwischen den Sozialräumen unterschiedlich aus. Im Sozialraum Wildensorg liegt der Anteil der Menschen mit nicht-deutscher Staatsangehörigkeit bei fünf Prozent. In Volkspark und Gereuth/Südflur beträgt der Anteil dagegen rund 33 Prozent. Damit hat dort etwa jeder dritte Einwohner eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Die Zahlen machen deutlich, dass sich die Bevölkerungsstruktur innerhalb Bambergs teilweise stark unterscheidet. Der Sozialstrukturatlas stellt diese Unterschiede anhand der verschiedenen Indikatoren kleinräumig dar.
Sozialwohnungsdichte steigt erstmals wieder
Auch bei der sozialen Lage zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Ein Blick gilt dabei dem Bestand an Sozialwohnungen. Nach mehreren Jahren des Rückgangs ist bei der Sozialwohnungsdichte erstmals wieder ein leichter Anstieg zu verzeichnen. Im Jahr 2025 gab es in Bamberg 20,3 Sozialwohnungen je 1.000 Einwohner. Zu dieser Entwicklung haben insbesondere neue Wohnungen auf dem Lagarde-Gelände beigetragen. Außerdem wurden 35 Altbestände neu in die kleinräumige Auswertung aufgenommen. Der Sozialstrukturatlas macht damit nicht nur Veränderungen sichtbar, sondern zeigt auch, wie sich einzelne Entwicklungen in unterschiedlichen Bereichen auf die soziale Struktur der Stadt auswirken.
Beschäftigung nimmt zu – Arbeitslosenrelation steigt
Ein gemischtes Bild zeigt sich beim Blick auf den Arbeitsmarkt. Der Anteil der Beschäftigten in Bamberg ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Während er 2020 noch bei 60 Prozent lag, waren es 2025 knapp 65 Prozent. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenrelation gegenüber den Vorjahren gestiegen. Im Jahr 2025 lag sie bei 4,3 Prozent. Die unterschiedlichen Kennzahlen zeigen, dass Entwicklungen nicht immer in eine einheitliche Richtung verlaufen. Genau solche Veränderungen soll der Sozialstrukturatlas sichtbar machen.
Atlas soll Fachplanungen unterstützen
Der Sozialstrukturatlas bündelt zahlreiche Daten und Informationen. Er kann sowohl für interne als auch für externe Nutzungen eingesetzt werden. Dabei geht es nicht darum, aus den Zahlen automatisch fertige Erklärungen abzuleiten. Vielmehr sollen die Daten dabei helfen, Entwicklungen zu erkennen und genauer zu betrachten. Besonders wichtig ist deshalb der kleinräumige Blick auf die einzelnen Sozialräume. Dort können sich unterschiedliche Entwicklungen gleichzeitig zeigen.
Zahlen als Grundlage für weitere Entscheidungen
Der Sozialstrukturatlas soll eine Grundlage für Fachplanungen und Entscheidungen bilden. Die Daten ermöglichen es, Entwicklungen über mehrere Jahre zu vergleichen und Unterschiede innerhalb des Stadtgebiets sichtbar zu machen. Gerade bei Themen wie dem demografischen Wandel können solche Informationen eine wichtige Orientierung bieten. Wenn beispielsweise einzelne Stadtteile deutlich unterschiedliche Altersstrukturen aufweisen, können daraus unterschiedliche Anforderungen an Wohnen, Mobilität oder Versorgung entstehen. Der Atlas liefert dabei nach Angaben der Stadt keine fertigen Erklärungen. Vielmehr schafft er die Grundlage, gemeinsam mit Fachstellen und den Menschen vor Ort genauer auf Ursachen, Bedarfe und passende Maßnahmen zu schauen.
Bamberg bleibt jung – die Unterschiede nehmen den Blick in die Stadtteile mit
Der aktuelle Sozialstrukturatlas zeichnet damit ein differenziertes Bild der Stadt. Bamberg bleibt im regionalen Vergleich eine eher junge Stadt, gleichzeitig steigt das Durchschnittsalter. Besonders deutlich werden die Unterschiede beim Blick auf die einzelnen Sozialräume. Zwischen Bamberg-Nord und Bruderwald liegen beim Durchschnittsalter mehr als zehn Jahre. Auch bei der Altersverteilung und der Staatsangehörigkeit unterscheiden sich die Stadtteile teilweise erheblich. Parallel zeigen die Zahlen Entwicklungen bei Sozialwohnungen und auf dem Arbeitsmarkt. Der Sozialstrukturatlas macht diese Veränderungen vergleichbar und liefert damit eine Datengrundlage für die weitere Betrachtung der sozialen und demografischen Entwicklung Bambergs.
















