In Buttenheim ist die neue Integrierte Rettungsleitstelle für die Region Bamberg-Forchheim offiziell in Betrieb gegangen.
Nach knapp dreijähriger Bauzeit wurde die rund 28 Millionen Euro teure Einrichtung am 22. September 2026 ihrer Bestimmung übergeben. Von hier aus werden künftig die Einsätze der Notfallrettung und Feuerwehr für die Stadt Bamberg sowie die Landkreise Bamberg und Forchheim koordiniert. Die neue Leitstelle soll damit eine zentrale Rolle für die Sicherheit der Bevölkerung in der Region übernehmen.
Mehr als doppelt so viele Einsätze wie 2010
Wie stark die Anforderungen an die Leitstelle in den vergangenen Jahren gestiegen sind, zeigen die Einsatzzahlen. Während die gemeinsame Leitstelle bei ihrem Start im Jahr 2010 noch rund 57.000 Einsätze jährlich koordinierte, waren es 2025 bereits 125.000 Einsätze. Damit hat sich das Einsatzaufkommen innerhalb von 15 Jahren mehr als verdoppelt. Die Leitstellendisponentinnen und -disponenten koordinieren dabei die Einsätze zahlreicher Organisationen. Dazu gehören 313 Feuerwehren mit rund 12.500 Aktiven, fünf Rettungsdienste, zwei Wasserrettungsorganisationen, drei Einheiten des Technischen Hilfswerks sowie vier Bergwachten.
Neuer Standort war notwendig
Mit den steigenden Einsatzzahlen wuchsen auch die Anforderungen an die technische Ausstattung, die Sicherheitsvorkehrungen und die benötigten Räumlichkeiten. Am bisherigen Standort in der Nähe des Klinikums Bamberg konnten diese Voraussetzungen nach Angaben des Zweckverbands nicht mehr auf den aktuellen Stand gebracht werden. Deshalb beschloss der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bamberg-Forchheim bereits im Juni 2021 den Bau einer neuen Integrierten Leitstelle in Buttenheim. Nach knapp drei Jahren Bauzeit steht nun die neue Einrichtung zur Verfügung.
28 Millionen Euro für moderne Gefahrenabwehr
Insgesamt wurden rund 28 Millionen Euro in den Neubau investiert. Im Mittelpunkt stehen dabei moderne technische Systeme und die Voraussetzungen für einen sicheren und zuverlässigen Leitstellenbetrieb. Bambergs Landrat Johannes Maciejonczyk bezeichnete die neue Einrichtung als wichtige Investition in den Schutz der Bevölkerung. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier, Forchheims Landrat Hanngörg Zimmermann und Staatsminister Thorsten Glauber nahm er die Leitstelle offiziell in Betrieb. Maciejonczyk hob dabei auch die Arbeit derjenigen hervor, die den Weg für das Projekt bereitet hatten. Dazu zählen die früheren Landräte Johann Kalb und Herrmann Ulm sowie der ehemalige Bamberger Oberbürgermeister Andreas Starke.
Vorbereitung auf neue Gefahrenlagen
Bei der offiziellen Inbetriebnahme wurde auch auf die Veränderungen der vergangenen Jahre hingewiesen. Neue Gefahrenlagen und zusätzliche Herausforderungen für den Zivil- und Katastrophenschutz machen eine leistungsfähige Infrastruktur notwendig. Die neue Leitstelle soll dafür die technischen und personellen Voraussetzungen schaffen. Landrat Maciejonczyk verwies in diesem Zusammenhang auf weltpolitische und klimatische Veränderungen und die damit verbundenen zusätzlichen Anforderungen an den Schutz der Bevölkerung. Die neue Einrichtung sei daher auch ein weiterer Baustein bei den Bemühungen, den Zivil- und Katastrophenschutz in der Region weiterzuentwickeln.
Modernste Digitaltechnik für die Einsatzsteuerung
Auch Staatsminister Thorsten Glauber sieht in der neuen Leitstelle einen wichtigen Schritt für die regionale Gefahrenabwehr. Seiner Einschätzung nach werden neue Gefahrenlagen künftig weiter an Bedeutung gewinnen. In Buttenheim stünden dafür nun moderne technische und personelle Voraussetzungen zur Verfügung. Besonders hob Glauber die moderne Digitaltechnik hervor. Gleichzeitig verwies er auf die enge Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzorganisationen. Damit soll die neue Leitstelle nicht isoliert arbeiten, sondern Teil eines eng vernetzten Systems aus haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften sein.
Buttenheim wird wichtiger Standort der Gefahrenabwehr
Für die Gemeinde Buttenheim bedeutet die neue Leitstelle eine besondere Einrichtung mit regionaler Bedeutung. Bürgermeisterin Dr. Stephanie Auer-Neuberg betonte bei der Inbetriebnahme, dass die Wirkung des neuen Gebäudes weit über die Gemeindegrenzen hinausreiche. Buttenheim sei damit zu einem besonderen Ort der Gefahrenabwehr in der Region geworden. Die Gemeinde beherbergt künftig eine zentrale Einrichtung, von der aus Einsätze in einem großen Teil Oberfrankens gesteuert werden.
Entscheidungen unter hohem Zeitdruck
Welche Bedeutung dabei nicht nur die Technik, sondern vor allem die Menschen in der Leitstelle haben, machte Dr. Florentin von Kauffmann, Vorsitzender des Verbands Bayerischer Leitstellenleiter, deutlich. Das Team um Geschäftsführerin Christine Feldbauer befinde sich unmittelbar am Puls der Gefahrenabwehr. Moderne Technik könne ihre Möglichkeiten demnach nur dann vollständig entfalten, wenn die Mitarbeitenden die richtigen Entscheidungen treffen. Gerade in Notfallsituationen kommt es auf eine schnelle und zuverlässige Koordination an. Die Leitstelle bildet dabei die Schnittstelle zwischen eingehenden Notrufen und den verschiedenen Einsatzorganisationen.
Zentrale Schnittstelle für die Region
Mit der Inbetriebnahme in Buttenheim verfügt die Region Bamberg-Forchheim nun über eine neue zentrale Infrastruktur für die Notfallrettung und Gefahrenabwehr. Die Entwicklung der Einsatzzahlen zeigt, wie stark die Anforderungen an die Leitstellenarbeit in den vergangenen Jahren gewachsen sind. Von 57.000 Einsätzen im Jahr 2010 stieg das jährliche Aufkommen auf 125.000 im Jahr 2025. Die neue Einrichtung soll diesen Entwicklungen Rechnung tragen und gleichzeitig die Grundlage dafür schaffen, auch künftig eine große Zahl unterschiedlicher Einsatzkräfte zuverlässig zu koordinieren. Damit ist in Buttenheim nun eine zentrale Stelle für die Sicherheit von rund einem Drittel der Bevölkerung Oberfrankens entstanden. Moderne Technik, neue Räumlichkeiten und die Zusammenarbeit zahlreicher Einsatzorganisationen sollen dafür sorgen, dass Hilfe auch bei steigenden Anforderungen schnell und koordiniert dort ankommt, wo sie benötigt wird.















