Mit über 500 angebotenen Plätzen nutzten zahlreiche Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Berufe kennenzulernen, in denen ihr Geschlecht bislang unterrepräsentiert ist. Unternehmen, Handwerksbetriebe, Institutionen und die Universität öffneten ihre Türen und ermöglichten praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Arbeitsbereiche.
Große Beteiligung aus Wirtschaft und Institutionen
Knapp 40 Betriebe und Einrichtungen engagierten sich beim Girls’ Day und boten rund 370 Mädchen spannende Einblicke in technische, handwerkliche und naturwissenschaftliche Berufe. Parallel dazu standen beim Boys’ Day über 130 Plätze für Jungen zur Verfügung – vor allem in den Bereichen Erziehung, Soziales, Gesundheit, Pflege und kaufmännische Berufe. Auch die Stadt Bamberg sowie ihre Tochtergesellschaften beteiligten sich mit zahlreichen Angeboten. So konnten Mädchen beispielsweise bei Bamberg Service Berufe wie Kraftfahrzeugtechnikerin, Fachagrarwirtin für Baumpflege oder Schreinerin kennenlernen. Besonders gefragt waren die Plätze bei der Feuerwehr – diese waren schnell vollständig vergeben.
Stadtwerke und Sozialstiftung stark nachgefragt
Ein weiteres Highlight war das Angebot der Stadtwerke Bamberg, die insgesamt 22 Plätze bereitstellten. Hier konnten Teilnehmerinnen unter anderem Berufe wie Berufskraftfahrerin, Anlagenmechanikerin oder Elektronikerin entdecken. Auch die Sozialstiftung Bamberg stieß mit 50 angebotenen Plätzen auf großes Interesse – alle waren vollständig ausgebucht. Dies zeigt deutlich, wie hoch das Interesse an praxisnaher Berufsorientierung ist.
Engagement für Chancengleichheit gewürdigt
Um das Engagement der beteiligten Unternehmen zu honorieren, besuchte Bürgermeister Jonas Glüsenkamp gemeinsam mit Vertreterinnen der Stadt verschiedene Einrichtungen. Begleitet wurde er unter anderem von Ruth Vollmar, Leiterin der Wirtschaftsförderung, sowie Gleichstellungsbeauftragter Elena Hümmer. „Die beteiligten Unternehmen können an dem Aktionstag für spannende Berufe werben und ihr Engagement für Chancengleichheit zeigen“, betonte Glüsenkamp.
Praxisnahe Einblicke bei regionalen Unternehmen
Ein Beispiel für gelungenes Engagement ist die Elflein Unternehmensgruppe. Dort konnten fünf Mädchen den Beruf der Kauffrau für Spedition und Logistik kennenlernen, während parallel Jungen Einblicke in den Beruf des Kaufmanns für Büromanagement erhielten. Ein besonderes Highlight war für viele Teilnehmende die Fahrt in einem Elektro-Lkw – inklusive der Möglichkeit, selbst am Steuer zu sitzen. Geschäftsführer Rüdiger Elflein ermutigte die Jugendlichen, den Tag aktiv zu nutzen und neugierig Fragen zu stellen.
Gründergeist im Digitalen Gründungszentrum
Im Digitales Gründerzentrum Lagarde 1 konnten rund 20 Mädchen einen Tag lang in die Rolle von Gründerinnen schlüpfen. Sie entwickelten eigene Geschäftsideen, präsentierten diese und lernten erfolgreiche Unternehmerinnen kennen. Vertreterinnen regionaler Start-ups wie Alltagsgold GmbH oder Fifi Furore motivierten die Teilnehmerinnen, mutig zu sein und neue Wege zu gehen. Die Botschaft war klar: Fehler gehören zum Lernen dazu – entscheidend ist der Wille, etwas auszuprobieren.
Technische Berufe im Fokus
Auch die RZB Rudolf Zimmermann Bamberg GmbH engagiert sich seit Jahren beim Girls’ Day. Das Unternehmen bildet erfolgreich junge Frauen in technischen Berufen wie Elektronikerin und Mechatronikerin aus. „Wir brauchen junge Frauen in technischen Berufen, um auch das Morgen unseres Unternehmens zu gestalten“, erklärte Ausbildungsleiter Jan Schollmeier. Mit praxisnahen Einblicken möchte das Unternehmen Hemmschwellen abbauen und Interesse für technische Berufe wecken.
Stereotype aufbrechen und Perspektiven schaffen
Die Gleichstellungsstelle und die Wirtschaftsförderung der Stadt Bamberg begleiten den Aktionstag seit vielen Jahren. Ziel ist es, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen und Jugendlichen neue Perspektiven zu eröffnen. Ruth Vollmar betonte die Bedeutung solcher Initiativen: „Der Bedarf an Fachkräften wird bleiben. Dafür ist es wichtig, Stereotypen aufzuweichen und Mädchen als auch Jungen die Möglichkeit zu geben auch ‚untypische‘ Berufe kennenzulernen.“
Ein Tag, der Zukunft gestaltet
Der Girls’ und Boys’ Day in Bamberg zeigt eindrucksvoll, wie wichtig frühzeitige Berufsorientierung ist. Durch praktische Erfahrungen, persönliche Begegnungen und neue Einblicke gewinnen Jugendliche wertvolle Impulse für ihre berufliche Zukunft. Die große Resonanz und die hohe Nachfrage unterstreichen den Erfolg des Aktionstags – und machen deutlich, dass das Interesse an vielfältigen Karrierewegen größer ist denn je.
Mut, Neugier und neue Wege
Ob im Handwerk, in der Technik, im sozialen Bereich oder in der Wirtschaft – der Girls’ und Boys’ Day ermutigt junge Menschen, über den Tellerrand hinauszublicken. Die Erfahrungen dieses Tages bleiben oft lange in Erinnerung und können entscheidende Weichen für die Zukunft stellen. Mit Initiativen wie dieser wird nicht nur Berufsorientierung gefördert, sondern auch ein wichtiger Beitrag zu mehr Chancengleichheit und Vielfalt in der Arbeitswelt geleistet.
















