Die erneute Insolvenz des Warenhausunternehmens Galeria sorgt auch in Bamberg für Unsicherheit.
Zwar läuft der Geschäftsbetrieb in den Filialen zunächst weiter, doch ist noch offen, welche Standorte langfristig bestehen bleiben. Die Stadtratsfraktion Grünes Bamberg fordert deshalb, neben dem Einsatz für den Erhalt des Warenhauses auch mögliche Alternativen für den Standort in der Innenstadt zu prüfen. Für Galeria ist es bereits das vierte Insolvenzverfahren innerhalb von sechs Jahren. Welche Auswirkungen das aktuelle Verfahren auf die Bamberger Filiale haben wird, steht bislang nicht fest.
Oberbürgermeister setzt sich für Galeria ein
Die Fraktion begrüßt, dass Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier den Standort in Bamberg erhalten möchte. Der Rathauschef hatte angekündigt, dass die Stadt alles dafür tun werde, Galeria in der Innenstadt zu halten. Das Warenhaus sei ein wichtiger Frequenzbringer und damit von Bedeutung für die Attraktivität des Zentrums. Die Fraktionsvorsitzenden Christian Hader und Ulrike Sänger unterstützen diesen Einsatz. Gleichzeitig verweisen sie darauf, dass die Zukunft des Unternehmens nicht allein von der Stadt beeinflusst werden könne. Die erneute Insolvenz sei Teil eines grundlegenden Wandels im Einzelhandel. Deshalb müsse sich Bamberg mit unterschiedlichen Szenarien beschäftigen. Dazu gehöre auch die Möglichkeit, dass Galeria den Standort langfristig nicht halten könne.
Grünes Bamberg fordert konkrete Alternativen
Nach Ansicht der Fraktion ist es an der Zeit, bisherige Überlegungen zu einer möglichen Nachnutzung zu konkretisieren. Bereits während des vergangenen Insolvenzverfahrens hatte der Wirtschaftsreferent im zuständigen Senat darüber berichtet, dass sich die Stadtverwaltung mit einem möglichen Wegfall des Warenhauses beschäftige. Hayati Yilmaz, Wirtschaftssprecher von Grünes Bamberg, fordert deshalb einen konkreten Plan für den Fall, dass Galeria die Filiale irgendwann aufgeben sollte. Die Stadt dürfe nicht erst dann beginnen, über die Zukunft des Gebäudes nachzudenken. Die Fraktion möchte wissen, welche alternativen Nutzungen die Verwaltung bereits geprüft hat und welche Perspektiven sie für den zentralen Standort sieht.
Antrag im Wirtschaftssenat gestellt
Um diese Fragen zu klären, hat Grünes Bamberg einen Antrag für den zuständigen Wirtschaftssenat gestellt. Die Stadtverwaltung soll darlegen, welche alternativen Nutzungsmöglichkeiten für den Fall eines Wegfalls von Galeria infrage kommen. Außerdem soll sie erläutern, welche Überlegungen es innerhalb der Verwaltung bereits gibt und wie sich eine mögliche Neuausrichtung in die Transformation der Bamberger Innenstadt einfügen könnte. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, den Standort vorschnell aufzugeben, betont Yilmaz. Vielmehr solle die Stadt frühzeitig vorbereitet sein, falls sich die Rahmenbedingungen verändern.
Innenstadt soll sich weiterentwickeln
Aus Sicht der Fraktion wird die Innenstadt der Zukunft nicht ausschließlich vom klassischen Einzelhandel geprägt sein. Gerade ein zentral gelegenes Gebäude wie das Warenhaus biete die Möglichkeit, über eine Mischung unterschiedlicher Nutzungen nachzudenken. Neue Konzepte könnten dazu beitragen, die Innenstadt langfristig attraktiver und widerstandsfähiger gegenüber Veränderungen im Handel zu machen. Welche konkreten Nutzungen infrage kommen, soll nach dem Willen der Fraktion im Rahmen der Prüfung durch die Verwaltung geklärt werden.
Erhalt und Zukunftsplanung im Blick
Grünes Bamberg setzt damit auf zwei parallele Ansätze: Einerseits soll sich die Stadt weiterhin für den Erhalt der Galeria-Filiale einsetzen. Andererseits müsse sie für den Fall vorsorgen, dass das Warenhaus künftig nicht mehr am bisherigen Standort vertreten ist. Die Fraktionsvorsitzenden Hader und Sänger betonen, dass Bamberg auch bei veränderten wirtschaftlichen Bedingungen handlungsfähig bleiben müsse. Mit dem geforderten Plan B soll frühzeitig eine Grundlage geschaffen werden, um über die künftige Nutzung eines der zentralen Innenstadtstandorte entscheiden zu können.















