Das Erzbistum Bamberg rechnet für das Haushaltsjahr 2026 mit einem negativen Betriebsergebnis von minus 5,0 Millionen Euro.
Der vom Diözesansteuerausschuss verabschiedete Etat sieht Erträge von 229,8 Millionen Euro und Aufwendungen von 234,8 Millionen Euro vor. Trotz steigender Einnahmen im Vergleich zum Vorjahr bleibt die finanzielle Lage angespannt. Das Erzbistum setzt daher seinen eingeschlagenen Sparkurs konsequent fort.
Einnahmen auf stabilem Niveau
Die wichtigste Einnahmequelle bleibt die Kirchensteuer. Für 2026 werden hier 176,3 Millionen Euro erwartet – nahezu identisch mit dem Vorjahr (176,2 Millionen Euro). Die zweitgrößte Ertragsposition bilden Zuschüsse und Zuweisungen in Höhe von 35,5 Millionen Euro. Darin enthalten sind 10,6 Millionen Euro Staatsleistungen. Weitere Einnahmen ergeben sich aus sonstigen Erträgen in Höhe von 18,0 Millionen Euro. Dazu zählen unter anderem Miet- und Pachteinnahmen. Finanzdirektor Mathias Vetter betont die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit den vorhandenen Mitteln. Angesichts der aktuellen Rahmenbedingungen und absehbarer Entwicklungen sei eine vorausschauende Planung unerlässlich.
Sparmaßnahmen und klare Prioritäten
„Die aktuellen Rahmenbedingungen und absehbaren Entwicklungen erfordern einen sehr sorgfältigen und vorausschauenden Umgang mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Ressourcen“, erklärte Vetter. Mit bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen und einer klaren Prioritätensetzung sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um das Betriebsergebnis mittelfristig wieder auszugleichen. Ziel ist es, die wirtschaftliche Stabilität des Erzbistums langfristig zu sichern.
96 Millionen Euro fließen in die Seelsorge
Ein zentraler Schwerpunkt bleibt die Seelsorge. 40,6 Prozent der geplanten Aufwendungen – das entspricht rund 96,4 Millionen Euro – werden 2026 in diesen Bereich investiert. Damit unterstreicht das Erzbistum seinen pastoralen Auftrag auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen. Generalvikar Georg Kestel betonte, dass sich die Kirche in einer Phase des Wandels befinde. Bestehende Prioritäten müssten überprüft und neue gesetzt werden. Ziel bleibe es, eine Kirche zu sein, die Verantwortung übernimmt und den Menschen nahe ist.
Personalkosten steigen leicht
Die Personalkosten machen mit 45,5 Prozent den größten Anteil der Gesamtausgaben aus. Für 2026 wird hier ein leichter Anstieg auf 107,8 Millionen Euro erwartet. Grund dafür sind insbesondere Tarifsteigerungen. Die Zahl der Beschäftigten in Seelsorge, Schule und Verwaltung liegt mit rund 1.630 Mitarbeitenden auf Vorjahresniveau.
Investitionen in Kirchen, Bildung und Soziales
Trotz Sparkurs investiert das Erzbistum weiterhin in wichtige Bau- und Sozialprojekte.
Bauetat in Höhe von 16 Millionen Euro
Im laufenden Bauetat sind 16,0 Millionen Euro vorgesehen. Davon entfallen:
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6,4 Millionen Euro auf Bauzuschüsse für Arbeiten an 21 Kirchen
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darunter dringend notwendige Dachreparaturen
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Innen- und Außensanierungen
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Unterstützung für die Caritas
Die Caritas erhält insgesamt 2,5 Millionen Euro. Gefördert werden:
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der Neubau der Schule für Gesundheitspflege in Bamberg
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die Modernisierung des Caritas-Senioren- und Pflegeheims Jacobus-von-Hauck-Stift in Nürnberg
Weitere Bau- und Bildungsmaßnahmen
Zusätzlich sind eingeplant:
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600.000 Euro für Baumaßnahmen am Jugendhaus Burg Feuerstein
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1,3 Millionen Euro für Renovierungen, Um- und Ersatzbauten von Kindertagesstätten
Diese Investitionen zeigen, dass trotz finanzieller Herausforderungen weiterhin in zentrale kirchliche und soziale Infrastruktur investiert wird.
Ausgeglichenes Bilanzergebnis trotz Minus im Betrieb
Neben dem operativen Haushalt spielt auch das Finanzergebnis eine wichtige Rolle. Für die Werterhaltung der diözesanen Vermögenswerte wird ein Finanzergebnis von rund 10 Millionen Euro veranschlagt. Nach Abzug von 2,4 Millionen Euro Verlustübernahmen für defizitäre Einrichtungen und unter Berücksichtigung geplanter Rücklagenveränderungen ergibt sich letztlich ein ausgeglichenes Bilanzergebnis. Damit gelingt es dem Erzbistum, trotz negativem Betriebsergebnis bilanziell stabil zu bleiben.
Kirche im Wandel
Generalvikar Georg Kestel sieht das Erzbistum in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Die finanziellen Rahmenbedingungen verlangten neue Antworten und strukturelle Anpassungen. Gleichzeitig betont er den Anspruch, auch unter veränderten Bedingungen eine Kirche zu bleiben, die aus dem Glauben lebt und gesellschaftliche Verantwortung übernimmt. Der Haushalt 2026 zeigt damit ein Spannungsfeld zwischen notwendiger Konsolidierung und dem Anspruch, zentrale Aufgaben in Seelsorge, Bildung und sozialem Engagement weiterhin verlässlich zu erfüllen.
Leah
Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.
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