Ein gutes Jahr lang mussten die Kanuten des Bamberger Faltboot-Clubs (BFC) mit einer schwierigen Situation leben: Der sichere Zugang zum Rechten Regnitzarm war nicht mehr möglich.
Umso größer ist nun die Erleichterung, dass die Bauarbeiten für eine neue Kanutreppe noch vor dem Jahresende 2025 begonnen haben. Für den Verein ist das ein entscheidender Schritt, um den Wassersportbetrieb ab der Saison 2026 wieder regulär aufnehmen zu können.
Am 17. Dezember 2025 stellte Ronald Schwarz, Vorstandsvorsitzender des BFC, die geplante Maßnahme vor Ort dem stellvertretenden Vorsitzenden des Flussparadieses Franken, Bürgermeister Jonas Glüsenkamp, vor. Dabei machte Schwarz deutlich, wie wichtig das Projekt für die Zukunft des Vereins ist: „Finanziell wird das ein Kraftakt, aber wir müssen das als Verein jetzt machen, damit die Saison 2026 wieder normal laufen kann und wir eine Zukunft haben.“
Der alte Steg – jahrzehntelang bewährt, plötzlich unbrauchbar
Über viele Jahrzehnte hinweg nutzte der Bamberger Faltboot-Club einen Betonsteg am Ufer des Rechten Regnitzarms. Der Steg war ein zentraler Bestandteil des Vereinslebens und diente als unkomplizierter und sicherer Einstieg für Kanuten, Ruderer und Drachenbootfahrer. Im Herbst 2024 änderte sich die Situation jedoch schlagartig. Im Zuge einer schon länger notwendigen Ertüchtigung wurde die Kante der Plattform um rund 30 Zentimeter erhöht. Für die Motorboote der BRK-Wasserwacht ist diese Anpassung ideal, da sie im Rettungsfall einen schnellen und sicheren Einstieg ermöglicht. Für muskelbetriebene Boote hingegen stellte die neue Höhe ein erhebliches Problem dar. Je nach Wasserstand betrug der Höhenunterschied zur Wasserlinie plötzlich 50 bis 70 Zentimeter – zuvor waren es lediglich 20 bis 40 Zentimeter gewesen. Ein sicheres Ein- und Aussteigen war damit für Kanus, Ruder- und Drachenboote praktisch nicht mehr möglich.
Die Idee einer Kanutreppe nimmt Form an
Angesichts dieser Situation handelte der Verein schnell. Armin Hein, Referent für Wandersport beim BFC, nahm umgehend Kontakt zu Anne Schmitt vom Flussparadies Franken auf. Gemeinsam entstand die Idee, eine Kanutreppe zu errichten – eine bewährte Lösung, die bereits 2012 am Wasserwanderweg Main umgesetzt worden war. Damals hatte das Flussparadies Franken zusammen mit der Gemeinde Bischberg eine vergleichbare Anlage realisiert. Die Kanutreppe soll einen barrierearmen, sicheren Zugang zum Wasser ermöglichen und gleichzeitig den unterschiedlichen Wasserständen Rechnung tragen. Für den BFC war klar: Diese Lösung ist nicht nur praktikabel, sondern auch nachhaltig.
Enge Zusammenarbeit mit den Behörden
Um das Projekt voranzubringen, luden Ronald Schwarz und der BFC im März 2025 Vertreter der zuständigen Behörden zu einem Vor-Ort-Termin ein. Neben dem Wasserwirtschaftsamt waren auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt beteiligt, da der Rechte Regnitzarm als Teil des ausgebauten Main-Donau-Kanals zur Bundeswasserstraße gehört. Die grundsätzliche Einschätzung fiel positiv aus: Die Idee einer Kanutreppe wurde als sinnvoll und umsetzbar bewertet. Daraufhin übernahm BFC-Vorstand Stefan Leimeister die Detailplanung und koordinierte die erforderlichen Genehmigungsverfahren.
Schnelle Genehmigungen dank guter Vorbereitung
Der weitere Ablauf zeigte, wie wichtig eine sorgfältige Planung und transparente Abstimmung sind. Bereits im Mai 2025 lag die strompolizeiliche Genehmigung vor – eine zentrale Voraussetzung für das anschließende wasserrechtliche Verfahren. Ende September erteilte schließlich das Klima- und Umweltamt der Stadt Bamberg die wasserrechtliche Genehmigung. Besonders erfreulich: Die Stellungnahmen aus den Bereichen Naturschutz und Fischerei gingen ohne Einwände ein. Damit war der Weg frei für den Baubeginn.
Erste ‚Gelbe Welle‘ für Bamberg geplant
Anne Schmitt vom Flussparadies Franken zeigt sich dankbar, dass der Bamberger Faltboot-Club die neue Kanutreppe nicht nur vereinsintern, sondern für alle Wasserwanderer zugänglich macht. Dadurch kann am Flusskilometer 3,720 im Frühjahr die erste sogenannte ‚Gelbe Welle‘ in Bamberg aufgestellt werden. Dieses gut sichtbare Schild ist ein wichtiges Orientierungselement für Wasserwanderer und markiert offizielle Ein- und Ausstiegsstellen entlang des Wasserwanderwegs Main. Mit der neuen Kanutreppe wird Bamberg vom Wasser aus klar erkennbar in dieses touristische Angebot eingebunden.
Wichtiger Standort für den Wasserwandertourismus
Als anerkannte DKV-Kanustation ist der Bamberger Faltboot-Club seit vielen Jahren ein bedeutender Anlaufpunkt für Wasserwanderer aus ganz Deutschland. Die Kombination aus zentraler Lage, guter Infrastruktur und ehrenamtlichem Engagement macht den Verein zu einem attraktiven Gastgeber. Mit der neuen Kanutreppe wird diese Rolle weiter gestärkt. Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Bauarbeiten sowie die Ausschreibungen für die noch ausstehenden Gewerke reibungslos verlaufen. Ziel ist es, die Kanutreppe rechtzeitig zum Start der Saison 2026 am Weidendamm feierlich zu eröffnen – inklusive Gelbe-Welle-Schild und freiem Zugang zum Wasser für alle.
















