Bereits im September 2025 führten die Handwerkskammer für Oberfranken, die Kreishandwerkerschaft Bamberg, der Ordnungsdienst der Stadt sowie die Polizei umfangreiche Kontrollen in Friseurbetrieben und Barbershops in Bamberg durch.
Dabei wurden zahlreiche rechtliche Verstöße festgestellt und entsprechend geahndet. Nun standen Nachkontrollen an, um zu überprüfen, ob die betroffenen Betriebe die beanstandeten Mängel inzwischen behoben haben und ihre Geschäfte ordnungsgemäß führen.
Positive Entwicklung in vielen Betrieben
Das Fazit der aktuellen Überprüfungen fällt überwiegend positiv aus. Viele Betriebe haben auf die Beanstandungen reagiert und bemühen sich nun deutlich stärker, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Zudem zeigten sich zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer kooperativ gegenüber den kontrollierenden Behörden. Laut Andreas Pecher, Abteilungsleiter Recht bei der Handwerkskammer für Oberfranken, sei eine klare Verbesserung erkennbar. Viele zuvor festgestellte Verstöße wurden inzwischen behoben, und das Verständnis für die Notwendigkeit der Kontrollen ist gewachsen.
Dennoch weiterhin Verstöße festgestellt
Trotz dieser positiven Entwicklung wurden auch bei den Nachkontrollen erneut Unregelmäßigkeiten entdeckt. Die Einsatzkräfte – insgesamt rund 30 Personen – stellten unter anderem Mängel in folgenden Bereichen fest:
- Fehlende oder unzureichende Eintragungspflichten
- Unklare Benennung von Betriebsleitungen
- Lückenhafte Stundennachweise
- Probleme bei Arbeitsgenehmigungen
Diese Verstöße werden nun weiterverfolgt und können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Neue gesetzliche Vorgaben seit 2026
Ein weiterer Grund für die intensiven Kontrollen liegt in einer gesetzlichen Änderung: Seit Anfang 2026 zählen Friseur- und Kosmetiksalons zu den besonders überwachten Branchen im Rahmen des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes.
Damit gehen zusätzliche Pflichten für die Betriebe einher, darunter:
- Mitführen eines gültigen Lichtbildausweises für alle Beschäftigten
- Anmeldung bei den Sozialversicherungsträgern ab dem ersten Arbeitstag
- Erweiterte Melde- und Dokumentationspflichten bei Arbeitszeiten
Diese Regelungen sollen helfen, Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung effektiver zu bekämpfen.
Weitere Auffälligkeiten bei den Kontrollen
Neben den klassischen Verstößen wurden auch weitere problematische Sachverhalte festgestellt. So boten einige Betriebe alkoholische Getränke ohne entsprechende Gaststättenerlaubnis an. Zudem wurden Fälle aufgedeckt, in denen Minijobber zusätzlich staatliche Transferleistungen wie Bürgergeld bezogen. Auch solche Sachverhalte werden von den zuständigen Behörden geprüft und gegebenenfalls sanktioniert.
Kontrollen sollen konsequent fortgeführt werden
Die Verantwortlichen sehen in den regelmäßigen Kontrollen ein wichtiges Instrument, um faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten. Andreas Pecher sowie der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Oberfranken, Reinhard Bauer, betonten, dass alle Betriebe denselben gesetzlichen Vorgaben unterliegen. Ziel sei es, insbesondere gegen diejenigen vorzugehen, die sich nicht an die Regeln halten. Die sogenannten ’schwarzen Schafe‘ sollen konsequent identifiziert und sanktioniert werden, um die Mehrheit der rechtstreu arbeitenden Betriebe zu schützen.
Klare Botschaft an die Branche
Die Kontrollen in Bamberg zeigen: Sie wirken. Viele Betriebe haben ihre Abläufe verbessert und setzen die gesetzlichen Vorgaben zunehmend um. Gleichzeitig machen die aktuellen Ergebnisse deutlich, dass weiterhin Handlungsbedarf besteht. Auch in Zukunft wollen die Behörden gemeinsam mit den zuständigen Stellen in Oberfranken regelmäßige und auch unangekündigte Kontrollen durchführen. Damit soll sichergestellt werden, dass Fairness, Transparenz und Rechtssicherheit in der Branche dauerhaft gewährleistet bleiben.














