Der Bau-, Konversions- und Werksenat hat neue Bebauungspläne sowie Veränderungssperren auf den Weg gebracht, um die Umwandlung von Wohnungen in Ferienunterkünfte künftig weitgehend zu verhindern. Ziel ist es, dringend benötigten Wohnraum langfristig für die Bamberger Bevölkerung zu sichern.
Ferienwohnungen künftig weitgehend ausgeschlossen
Die neuen Regelungen betreffen große Teile der Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt sowie weitere innenstadtnahe Wohn- und Mischgebiete. Insgesamt umfasst der Geltungsbereich rund 516 Hektar, einschließlich des UNESCO-Welterbebereichs. Nach den Plänen der Stadt sollen in diesem Gebiet künftig keine neuen Ferienwohnungen mehr eingerichtet werden. Damit soll verhindert werden, dass regulärer Wohnraum dauerhaft dem Wohnungsmarkt entzogen wird. „Wohnraum ist zu wertvoll, um ihn dauerhaft dem Wohnungsmarkt zu entziehen. Deshalb schaffen wir jetzt ein weiteres umfangreiches und rechtssicheres Instrument, um der Umwandlung von Wohnungen in Ferienunterkünfte entgegenzutreten“, erklärt Oberbürgermeister Sebastian M. Niedermaier.
Bestehende Ferienwohnungen bleiben erhalten
Bereits genehmigte Ferienwohnungen genießen Bestandsschutz und dürfen weiterhin betrieben werden. Von den neuen Regelungen nicht betroffen sind außerdem Hotels, Pensionen und andere klassische Beherbergungsbetriebe. Die Stadt verfolgt bewusst einen großflächigen Ansatz, damit sich Ferienwohnungen nicht lediglich in benachbarte Stadtviertel verlagern.
Weitere Nutzungen werden neu geregelt
Neben Ferienwohnungen sollen künftig auch andere städtebaulich problematische Nutzungen einheitlich gesteuert werden. Dazu zählen unter anderem Spielhallen, Wettbüros sowie bestimmte gewerbliche Nutzungen mit sexuellem Charakter. Gleichzeitig sollen mehrere ältere Bebauungspläne durch ein neues, einheitliches Regelwerk ersetzt werden.
Veränderungssperren sichern die Planungen
Damit während des laufenden Planungsverfahrens keine Vorhaben umgesetzt werden, die den neuen Zielen widersprechen, hat der Senat zusätzlich Veränderungssperren beschlossen. Baureferentin Annegret Michler betont: „Wohnraum ist in Bamberg ein knappes Gut. Mit den Bebauungsplänen schaffen wir klare und rechtssichere Rahmenbedingungen und verhindern, dass weiterer Wohnraum schrittweise dem Markt entzogen wird.“
Auch Lagarde-Campus betroffen
Der Schutz des Wohnraums soll sich nicht nur auf die Innenstadt beschränken. Auch für das Wohngebiet an der Eichendorffstraße wurde eine Veränderungssperre beschlossen, um dort künftig Ferienwohnungen und kleinere Beherbergungsbetriebe auszuschließen. Darüber hinaus wurden die Bebauungspläne für den Lagarde-Campus angepasst. In dem neuen Stadtquartier sollen Ferienwohnungen und vergleichbare Kurzzeitvermietungen künftig ebenfalls ausgeschlossen werden, damit sich das Areal dauerhaft als Wohn- und Arbeitsstandort entwickeln kann.
Konsequenter Kurs für mehr Wohnraum
Mit den neuen Bebauungsplänen erweitert die Stadt Bamberg ihre bisherigen Instrumente zum Schutz des Wohnungsmarktes. Bereits in der Vergangenheit wurden Ferienwohnungen in verschiedenen Baugebieten ausgeschlossen oder über Sanierungsgebiete und Erhaltungssatzungen reguliert. Die nun beschlossenen Maßnahmen sollen dazu beitragen, den vorhandenen Wohnraum langfristig zu sichern und die Lebensqualität in den Bamberger Stadtvierteln zu erhalten.
















