Bei der jüngsten Tagung der Arbeitsgemeinschaft Historische Städte in Regensburg standen zentrale Herausforderungen für historische Stadtkerne im Fokus.
Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsstädte diskutierten aktuelle Entwicklungen, tauschten Erfahrungen aus und formulierten gemeinsame Ziele für eine nachhaltige Stadtentwicklung.
Netzwerk für starke Altstädte
Regensburgs Planungs- und Baureferent Florian Plajer betonte die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit: Stadtentwicklung müsse als Gemeinschaftsaufgabe verstanden werden. Gerade im Umgang mit historischen Altstädten sei der Austausch zwischen den Kommunen entscheidend. Die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte habe sich dabei als starkes Netzwerk etabliert. Sie ermögliche es den beteiligten Städten, voneinander zu lernen und gemeinsam tragfähige Lösungen für komplexe Herausforderungen zu entwickeln.
Städtebauförderung im Fokus der Diskussionen
Ein zentrales Thema der Tagung, die am 19. und 20. März stattfand, war die aktuelle Situation der Städtebauförderung. Viele Kommunen stehen vor finanziellen und bürokratischen Hürden, die die Umsetzung wichtiger Projekte erschweren.
Die Arbeitsgemeinschaft unterstützt daher zentrale Forderungen des Städtetags:
- Realistische Eigenanteile für Kommunen
- Finanzielle Entlastung bei Förderprogrammen
- Abbau bürokratischer Hürden
- Flexiblere Fristen bei Projekten
- Stärkung kommunaler Planungsressourcen
- Förderfähigkeit von Planungskosten
Diese Punkte sollen dazu beitragen, dass Städte auch künftig handlungsfähig bleiben und notwendige Entwicklungen nicht ins Stocken geraten.
Erfahrungsschatz für Bund und Länder
Achim Welzel, Leiter des Stadtplanungsamtes in Bamberg, unterstrich die Bedeutung der Städtebauförderung als grundlegendes Instrument der Stadtentwicklung. In Vertretung der Bamberger Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft erklärte er, dass die gesammelten Erfahrungen gezielt in zukünftige Verwaltungsvereinbarungen zwischen Bund und Ländern eingebracht werden sollen. Ziel ist es, praxisnahe Lösungen zu entwickeln, die den tatsächlichen Anforderungen der Städte gerecht werden.
Bauherrenpreis 2026 in Vorbereitung
Neben politischen und strukturellen Themen arbeitet die Arbeitsgemeinschaft aktuell auch an der Auslobung des Bauherrenpreises 2026. Dieser Preis wird seit 1998 alle vier Jahre vergeben und zeichnet herausragende Projekte im Kontext historischer Innenstädte aus.
Im Fokus stehen dabei:
- Sanierungsprojekte mit hoher Qualität
- Neubauten im historischen Umfeld
- Engagierte Bauherrschaften
- Nachhaltige und baukulturelle Leistungen
Mit dem Preis soll nicht nur Engagement gewürdigt, sondern auch das Bewusstsein für hochwertige Stadtgestaltung gestärkt werden.
Sechs Städte, ein gemeinsames Ziel
Die Arbeitsgemeinschaft Historische Städte besteht aus den sechs Städten:
- Bamberg
- Görlitz
- Lübeck
- Meißen
- Regensburg
- Stralsund
Seit 1991 arbeitet das Netzwerk in seiner heutigen Form zusammen und hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt. Im Mittelpunkt steht die behutsame Erneuerung historischer Altstädte, bei der Tradition und Moderne in Einklang gebracht werden.
Zwischen Erhalt und Weiterentwicklung
Ein wesentliches Ziel der Zusammenarbeit ist es, gewachsene Stadtstrukturen zu bewahren und gleichzeitig an neue Anforderungen anzupassen. Dabei legen die Mitgliedsstädte großen Wert auf:
- den Erhalt authentischer Bausubstanz
- die Berücksichtigung historischer Stadtgrundrisse
- die Integration moderner Nutzungsformen
Dieser Ansatz ermöglicht eine nachhaltige Entwicklung, ohne den Charakter der Altstädte zu verlieren.
Sichtbare Erfolge nach Jahrzehnten
Die Ergebnisse dieser langfristigen Zusammenarbeit sind heute deutlich sichtbar. Durch gezielte Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen konnten viele städtebauliche Defizite aus der Nachkriegszeit schrittweise behoben werden.
Die Innenstädte der Mitgliedsstädte präsentieren sich heute als:
- Attraktive Lebensräume für Bewohner
- Starke Wirtschaftsstandorte
- Beliebte touristische Ziele
Mit Bamberg, Lübeck, Regensburg und Stralsund gehören zudem gleich vier Mitgliedsstädte zum UNESCO-Welterbe – ein weiterer Beleg für die hohe Qualität der Stadtentwicklung.
Gemeinsam die Zukunft gestalten
Die Tagung in Regensburg hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Kooperation und Austausch für die Zukunft historischer Städte sind. Die Herausforderungen bleiben groß, doch durch gemeinsames Handeln, innovative Ansätze und den Rückgriff auf bewährte Erfahrungen sind die Städte gut aufgestellt, um ihre einzigartigen Altstädte auch für kommende Generationen zu bewahren und weiterzuentwickeln.
Leah
Leah unterstützt die Redaktion von Bamberg – meine Stadt® als Expertin für digitale Recherche und lokales Datenmanagement. Sie ist darauf spezialisiert, historische Archive und aktuelle Stadtinfos präzise aufzubereiten, damit kein wichtiger Insider-Tipp aus dem bamberglieben®-Netzwerk verloren geht.
Kein Stadtgespräch mehr verpassen!
Wir halten Dich auf dem Laufenden! Hinterlasse uns einfach Deine E-Mail-Adresse und Du bekommst das aktuelle Stadtgespräch direkt in Dein Mail-Postfach.
Wir freuen uns, dass Du dabei bist!
Hier findest Du unsere Datenschutzhinweise. Deine E-Mail Adresse wird niemals an Dritte weitergegeben und ausschließlich zum Versenden des Newsletters genutzt.
















