Die BMA365 Bamberg Baskets haben erneut ein Ausrufezeichen gesetzt. Drei Wochen nach dem Erfolg im Halbfinale des BBL-Pokals besiegten die Franken auch in der Liga den FC Bayern München Basketball.
In einer ausverkauften Brose Arena setzte sich Bamberg am 24. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga mit 97:93 (48:40) durch und feierte damit den 15. Saisonsieg. Vor 5.700 Zuschauern entwickelte sich ein intensives Spiel, das bis in die Schlusssekunden offen blieb. Während Andreas Obst mit 31 Punkten Topscorer der Gäste war, führte Ibi Watson die Bamberger mit 23 Zählern zum Sieg.
Emotionale Momente vor dem Tip-off
Schon vor Spielbeginn erlebten die Fans einen besonderen Moment. Unter großem Applaus wurde das Pokalsiegerbanner der Bamberger unter die Hallendecke gezogen. Drei Wochen zuvor hatte das Team beim BBL-Pokal BMW TOP FOUR 2026 in München triumphiert – ein Erfolg, der nun auch im Heimspiel gegen den Meister gefeiert wurde. Auf dem Parkett begann die Partie zunächst defensiv geprägt. Beide Teams ließen nur wenige einfache Punkte zu. Nach einem frühen Dreier von Isiaha Mike gingen die Gäste zunächst in Führung. Bamberg antwortete jedoch durch Cobe Williams und Demarcus Demonia. Die Münchner blieben zunächst knapp vorne, ehe EJ Onu mit einem spektakulären Dunking kurz vor Viertelende den Anschluss zum 14:15 herstellte.
Dreierregen bringt Bamberg in Führung
Während Bamberg im ersten Viertel noch keinen Dreier getroffen hatte, änderte sich das im zweiten Abschnitt schlagartig. Kapitän Ibi Watson eröffnete den Distanzwurf-Reigen, ehe Austin Crowley innerhalb weniger Minuten heiß lief. Mit zwei Dreiern sowie einem erfolgreichen And-One erzielte Crowley neun Punkte in Serie und brachte die Brose Arena zum Kochen. Doch auch die Bayern hielten dagegen. Neben Isiaha Mike und Justinian Jessup war es vor allem Andreas Obst, der immer wieder aus der Distanz traf und sein Team im Spiel hielt. Ein besonderer Moment folgte Mitte des Viertels: Zach Ensminger versenkte drei Dreier in Folge und baute die Führung der Gastgeber aus. Insgesamt traf Bamberg im zweiten Viertel acht Dreier und ging mit einer 48:40-Führung in die Halbzeit.
Andreas Obst hält Bayern im Spiel
Nach der Pause meldeten sich die Münchner schnell zurück. Andreas Obst zeigte erneut seine enorme Wurfqualität und traf selbst unter hohem Druck spektakuläre Distanzwürfe. Dennoch blieb Bamberg zunächst vorne. Punkte von Daniel Keppeler sowie weitere Treffer von Watson brachten die Hausherren wieder etwas Luft. Kurz vor Ende des dritten Viertels gelang den Bayern jedoch ein 10:2-Lauf, der ihnen die 67:63-Führung einbrachte. Doch erneut reagierte Bamberg im richtigen Moment: Watson traf einen wichtigen Dreier zum 66:67, sodass vor dem Schlussviertel weiterhin alles offen war.
Bamberger Lauf entscheidet das Spiel
Der Start in das letzte Viertel gehörte klar den Gastgebern. Angeführt von Watson starteten die Baskets einen 12:0-Lauf und zogen auf 75:67 davon. Als Demarcus Demonia später einen weiteren Dreier zum 83:72 versenkte, schien die Partie bereits entschieden. Doch die Bayern gaben sich nicht geschlagen. Mit schnellen Punkten verkürzten sie den Rückstand erneut. Trotz eines scheinbar komfortablen 91:82 blieb es bis zum Schluss spannend. Wieder war es Andreas Obst, der mit einem Dreipunktewurf für Nervenkitzel sorgte.
Dramatische Schlusssekunden
Bei 95:88 und nur noch 16 Sekunden auf der Uhr nahm Obst erneut Maß von jenseits der Dreierlinie. Beim Wurf wurde er von Watson gefoult – der Ball sprang jedoch vom Ring. So erhielt der Bayern-Schütze drei Freiwürfe. Obst verwandelte die ersten beiden zum 95:92 und versuchte den dritten absichtlich zu verwerfen, um eine zweite Chance zu bekommen. Doch der Ball sprang überraschend doch noch in den Korb. Nach der anschließenden Auszeit schickten die Münchner Ibi Watson an die Freiwurflinie. Der Kapitän behielt die Nerven und verwandelte beide Würfe zum 97:93-Endstand.
Trainerstimmen zum Spiel
Bayerns Head Coach Svetislav Pešić erkannte die Leistung der Gastgeber an:
„Wir haben viel Energie in dieses Spiel investiert, aber am Ende muss man sagen, dass Bamberg verdient gewonnen hat. Es ist uns über die gesamte Spielzeit nicht gelungen, in der Verteidigung Lösungen zu finden. Bis auf die ersten fünf Minuten des Spiels hat Bamberg in der Offensive dominiert. Am Ende des Spiels haben sie eine Quote von 63 Prozent bei ihren Zwei-Punkt-Würfen, was deren Kontinuität in der Offensive zeigt. Zudem haben sie 16 Dreier getroffen, was es sehr schwer macht, hier zu gewinnen.“
Auch Bambergs Coach Anton Gavel war zufrieden mit der Moral seiner Mannschaft:
„Wir haben defensiv sehr gut angefangen, konnten uns aber in der Offensive dafür nicht belohnen. Unser erstes Viertel war offensiv echt nicht gut. Die Bayern waren physischer und haben uns aus allem weggebracht. Das zweite Viertel war dann wichtig für uns, was die Offensive angeht. Da haben wir viele gute aber auch toughe Würfe getroffen und als wir dann am Ende des dritten Viertels hinten lagen, haben wir so ähnlich wie im Pokalspiel nicht aufgegeben und Moral gezeigt. Die Mannschaft hat dann gute Entscheidungen getroffen und sich so wieder auf 11 Punkte absetzen können.“
Blick auf die kommenden Aufgaben
Nach dem emotionalen Heimsieg wartet bereits die nächste Herausforderung auf die BMA365 Bamberg Baskets. Am kommenden Samstag gastiert das Team um 18:30 Uhr bei den MLP Academics Heidelberg im SNP Dome. Das nächste Heimspiel in Bamberg folgt am 29. März, wenn die VET-CONCEPT Gladiators Trier in Freak City zu Gast sind. Nach zwei Siegen gegen den amtierenden Meister innerhalb weniger Wochen wächst in Bamberg jedoch das Selbstvertrauen – und die Fans dürfen auf weitere große Basketballabende hoffen.















