Die BMA365 Bamberg Baskets haben am 3. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga eine bittere Heimniederlage kassiert.
Gegen die MHP RIESEN Ludwigsburg unterlag das Team von Head Coach Jesús Ramírez vor 4.210 Zuschauern mit 96:103 (21:27, 29:24, 24:23, 22:29). Dabei hatten die Bamberger über weite Strecken zahlreiche Argumente auf ihrer Seite. Sie nahmen 20 Würfe mehr als die Gäste, erkämpften sich insgesamt 41 Rebounds und zwangen Ludwigsburg zu 20 Ballverlusten. Am Ende reichte der hohe Einsatz dennoch nicht zum Sieg. Entscheidend war eine Phase im Schlussviertel. Zwischen der 35. und 36. Spielminute trafen die RIESEN gleich vier Dreier innerhalb von nur 103 Sekunden. Aus einem 82:84-Rückstand wurde dadurch eine 94:86-Führung. Diesen Vorsprung gaben die Gäste bis zur Schlusssirene nicht mehr aus der Hand.
Bamberg startet stark, Ludwigsburg beendet das erste Viertel besser
Die Bamberger gingen mit derselben Startformation wie beim Auswärtsspiel in Vechta in die Partie. Jordan Jones, Jordan Wright, Yuval Hochstadter, Tre Scott und Hason Ward sorgten zunächst für einen perfekten Auftakt. Nach drei Minuten führten die Gastgeber mit 7:0 und setzten die RIESEN früh unter Druck. Ludwigsburg benötigte einige Minuten, um besser in die Begegnung zu finden. Mitte des ersten Viertels war der Vorsprung der Bamberger bereits auf einen Punkt geschmolzen. Nach dem zweiten Foul von Richard Balint brachte Ishmael Leggett die Gäste schließlich erstmals in Führung. Bamberg antwortete durch Joshua Obiesie, der fünf Punkte in Serie erzielte und sein Team wieder nach vorne brachte. Doch die Schlussphase des ersten Viertels gehörte den RIESEN. Nach Dreiern von Leggett und Jordan Jones setzte Ludwigsburg zu einem 7:0-Lauf an. Nach zehn Minuten lagen die Gäste mit 27:21 vorne.
Starker Bamberger Lauf dreht die Partie
Auch zu Beginn des zweiten Abschnitts blieb Ludwigsburg zunächst vorne. Dann kam der Moment von Jordan Jones. Nach einem unsportlichen Foul von Darius Perry beim Dreipunktewurf bekam Jones drei Freiwürfe zugesprochen. Der Bamberger verwandelte alle drei Versuche und traf anschließend auch den folgenden Dreier. Mit sechs Punkten innerhalb kürzester Zeit sorgte er für den 33:33-Ausgleich. Dieser Moment gab den Gastgebern zusätzlichen Schwung. Bamberg spielte nun seine beste Phase der Partie und legte einen 18:3-Lauf hin. Daniel Keppeler sorgte mit zwei Dunks für spektakuläre Aktionen. Dazu kamen Dreier von Richard Balint und Jordan Wright. Die Baskets setzten sich dadurch auf 45:36 ab und zwangen Ludwigsburgs Coach Carles Durán Ortega innerhalb von nur 73 Sekunden zu zwei Auszeiten. Die Unterbrechung zeigte Wirkung. Die Gäste fanden wieder besser in ihr Spiel und antworteten ihrerseits mit einem 13:3-Lauf. 57 Sekunden vor der Halbzeit wechselte die Führung erneut. Ludwigsburg nahm schließlich eine knappe 51:50-Führung mit in die Kabine.
Foulprobleme bringen Bamberg immer wieder aus dem Rhythmus
Nach dem Seitenwechsel verschärfte sich die Situation für die Baskets. Richard Balint, Hason Ward, Daniel Keppeler und Yuval Hochstadter hatten bereits zur Pause jeweils drei Fouls auf ihrem Konto. In den ersten 90 Sekunden des dritten Viertels kamen bei Ward und Keppeler jeweils noch ein weiteres Foul hinzu. Head Coach Jesús Ramírez musste dadurch seine Rotation immer wieder verändern und Spieler vorzeitig aus bestimmten Situationen herausnehmen. Trotz dieser Probleme kämpften sich die Bamberger zurück. Mit einem 63:56-Vorsprung in der 24. Minute schienen die Gastgeber wieder die Kontrolle zu übernehmen. Doch erneut reagierte Ludwigsburg. Die RIESEN verkürzten innerhalb von gut zwei Minuten auf 65:67. Kurz vor Ende des dritten Viertels brachte Darius Perry die Gäste wieder mit 72:71 in Führung. Jordan Wright antwortete mit einem Dreier. Zwei erfolgreiche Freiwürfe von Justin Kier sorgten anschließend für den 74:74-Gleichstand vor dem letzten Viertel.
Vier Dreier in 103 Sekunden entscheiden das Spiel
Im Schlussabschnitt entwickelte sich ein intensives Duell. Beide Mannschaften kämpften um jeden Ball und jede Position. Ludwigsburg erwischte zunächst den besseren Start und setzte sich auf 80:74 ab. Bamberg blieb jedoch dran. Joshua Obiesie traf einen Dreier zum 82:82-Ausgleich. Kurz darauf brachte Tre Scott die Gastgeber sogar wieder mit 84:82 in Führung. Dann folgte die entscheidende Phase der Partie. Elijah Hughes bekam mehrfach die Gelegenheit, von außen abzuschließen – und nutzte sie konsequent. Innerhalb von nur 103 Sekunden versenkte der Ludwigsburger Small Forward drei Dreier. Damit drehte Ludwigsburg die Begegnung praktisch im Alleingang. Aus der Bamberger 84:82-Führung wurde eine 86:94-Führung für die Gäste. Die Baskets gaben sich allerdings noch nicht geschlagen. 3:09 Minuten vor dem Ende verkürzte Jordan Jones per Dreier auf 90:94. Doch die RIESEN behielten die Kontrolle. Beim Stand von 91:96 vergab Jones in der vorletzten Spielminute zwei weitere Dreipunktewürfe. Ludwigsburg nutzte die Gelegenheit und brachte den Sieg über die Zeit.
20 Würfe mehr reichen den Baskets nicht
Die Statistik zeigt deutlich, dass Bamberg durchaus genügend Möglichkeiten hatte, die Partie zu gewinnen. Die Gastgeber gaben insgesamt 20 Würfe mehr ab als Ludwigsburg. Zudem holten sie 41 Rebounds und erarbeiteten sich 23 Offensiv-Rebounds. Auch bei den Ballverlusten der RIESEN konnten die Baskets Druck ausüben: Ludwigsburg verlor den Ball insgesamt 20-mal. Trotz dieser Vorteile fehlte es in den entscheidenden Situationen an Konsequenz. Besonders deutlich wurde das bei der Dreierquote. Bamberg traf zehn seiner 34 Versuche von jenseits der 6,75-Meter-Linie. Das entspricht einer Quote von lediglich 29 Prozent. Ludwigsburg erzielte dagegen elf Dreier bei nur 24 Versuchen und kam damit auf eine Quote von rund 46 Prozent.
| Statistik | Bamberg | Ludwigsburg |
|---|---|---|
| Endstand | 96 | 103 |
| Dreier | 10/34 | 11/24 |
| Rebounds | 41 | 36 |
| Ballverluste des Gegners | 20 | – |
| Offensiv-Rebounds Bamberg | 23 | – |
Fouls werden zum entscheidenden Faktor
Neben der Wurfquote waren vor allem die Foulprobleme ein entscheidender Faktor. Zur Halbzeit hatten die Bamberger bereits 16 Fouls begangen, während Ludwigsburg lediglich sieben Fouls auf dem Konto hatte. Gleich vier Spieler der Gastgeber waren zu diesem Zeitpunkt mit jeweils drei persönlichen Fouls belastet. Für Ramírez bedeutete das, seine Formation immer wieder anzupassen und bestimmte Spieler vorsichtiger einzusetzen. Auf der Gegenseite hatte Ludwigsburg deutlich weniger Probleme. Nach dem dritten Viertel hatten – abgesehen von Ishmael Leggett mit drei Fouls und Julis Baumer mit zwei – alle RIESEN-Spieler höchstens ein persönliches Foul. Diese unterschiedliche Ausgangslage machte sich insbesondere in der intensiven Schlussphase bemerkbar.
Wright führt Bamberg als bester Scorer an
Individuell überzeugte auf Bamberger Seite vor allem Jordan Wright. Der US-Amerikaner erzielte 22 Punkte und sammelte zudem neun Rebounds. Jordan Jones kam auf 13 Punkte, während Tre Scott und Joshua Obiesie jeweils 14 Zähler beisteuerten. Daniel Keppeler erzielte acht Punkte. Bei den Gästen waren Justin Kier und Ishmael Leggett mit jeweils 21 Punkten die erfolgreichsten Werfer. Darius Perry kam auf 18 Punkte und verteilte zudem neun Assists. Elijah Hughes steuerte 16 Punkte bei und hatte mit seinen drei Dreiern in der entscheidenden Phase einen maßgeblichen Anteil am Ludwigsburger Erfolg.
Ramírez fordert mehr Fokus und Disziplin
Für Head Coach Jesús Ramírez lag der Grund für die Niederlage nicht am fehlenden Einsatz seiner Mannschaft. Vielmehr vermisste der Bamberger Trainer in entscheidenden Situationen die notwendige Konzentration. Seine Mannschaft habe Momente gehabt, in denen sie „nicht fokussiert und schlichtweg undiszipliniert“ gespielt habe. Besonders die freien Würfe für Hughes ärgerten den Coach. Ramírez verwies dabei auf die positiven Zahlen seiner Mannschaft: 20 Würfe mehr, 20 erzwungene Ballverluste beim Gegner und 23 Offensiv-Rebounds. Der Einsatz habe deshalb nicht gefehlt. Entscheidend sei vielmehr, diese Energie über die gesamte Spielzeit mit Fokus und Disziplin zu verbinden. Auch Ludwigsburgs Coach Carles Durán Ortega sah bei seinem Team noch Verbesserungspotenzial. Er lobte den Einsatz, die Verteidigung und das Tempo seiner Mannschaft, kritisierte aber ebenfalls die unterschiedlichen Phasen innerhalb der Partie.
Baskets vor anspruchsvollem Road-Trip
Viel Zeit zur Aufarbeitung bleibt den Bambergern nicht. Bereits am kommenden Freitag bricht die Mannschaft zu einem längeren Road-Trip auf. Zunächst wartet in der easyCredit BBL eine besonders schwierige Aufgabe. Am Samstag um 18:30 Uhr gastieren die Baskets beim Deutschen Meister ALBA BERLIN. Anschließend geht es für das Team direkt weiter nach Griechenland. Dort steht am Dienstagabend das erste Spiel in der Basketball Champions League auf dem Programm. In Peristeri, einem bevölkerungsreichen Vorort von Athen, treffen die Bamberger auf Peristeri Betsson. Der Tip-Off ist für 18:30 Uhr deutscher Zeit angesetzt. Nach der bitteren Heimniederlage gegen Ludwigsburg wird es für Bamberg vor allem darauf ankommen, die richtige Reaktion zu zeigen. Einsatz und Kampfbereitschaft waren bereits gegen die RIESEN vorhanden. Der nächste Schritt muss nun darin bestehen, diese Intensität über 40 Minuten mit der nötigen Konzentration, Disziplin und Konsequenz zu verbinden. Gerade auf dem anstehenden Road-Trip werden diese Faktoren entscheidend sein, wenn die Baskets nach der Niederlage wieder in die Erfolgsspur zurückkehren wollen.















