Die Wählergruppierung Zwiebel kritisiert den Umgang des Bamberger Kulturreferats mit den im Haushalt 2025 beschlossenen Sondermitteln für die Kultur.
Nach Angaben der Gruppierung wurden von den zusätzlich bereitgestellten 100.000 Euro lediglich 76.271,95 Euro ausgegeben. Rund 24.000 Euro seien ungenutzt verfallen. Die zusätzlichen Mittel waren unter anderem auf die Initiative ‚5 % für den Globalbetrag Kultur‘ zurückzuführen und sollten die angespannte finanzielle Lage der freien Kulturszene in Bamberg verbessern.
Geld für Kultur blieb teilweise liegen
Nach Angaben der Zwiebel flossen 25.000 Euro in die kulturelle Bildungsarbeit des KS:BAM, 5.000 Euro in die Eröffnung des Platzes der Menschenrechte und der restliche Betrag als Inflationsausgleich an die freie Kulturszene. Dass fast ein Viertel der bereitgestellten Mittel nicht verwendet wurde, sei aus Sicht der Wählergruppierung nicht nachvollziehbar. In der Sitzung des Kultursenats habe das Kulturreferat erklärt, die verbliebenen Mittel in den nächsten Haushalt übertragen zu wollen. Dieser Antrag sei jedoch nicht rechtzeitig gestellt worden.
Zwiebel spricht von „fatalem Signal“
Katharina Breinbauer, die für die Zwiebel im Kultursenat sitzt, kritisiert den Vorgang deutlich:
„Es ist ein fatales Signal, wenn dringend benötigte Kulturmittel einfach verfallen. Während Künstler:innen und Kulturinitiativen um jeden Euro kämpfen, bleiben öffentliche Gelder ungenutzt. Das ist weder vermittelbar noch verantwortungsvoll.“
Projektförderung bereits ausgeschöpft
Als Beleg für den hohen Finanzbedarf verweist die Zwiebel auf die Projektförderung der Stadt. Bereits im April seien die Fördermittel für das Jahr 2026 vollständig ausgeschöpft gewesen. Zahlreiche Projekte hätten keine Förderung erhalten oder seien auf eine Warteliste gesetzt worden. Auch Michi Schmitt von der Zwiebel sieht darin einen Widerspruch:
„Wer sieht, dass die Projektförderung schon im Frühjahr aufgebraucht ist, kann nicht ernsthaft akzeptieren, dass gleichzeitig fast 24.000 Euro ungenutzt zurückgegeben werden. Dieses Geld hätte der freien Kulturszene unmittelbar zugutekommen können.“
Forderung nach besserer Haushaltsführung
Für die Wählergruppierung zeigt der Vorgang, dass Kultur zwar regelmäßig als wichtiger Standortfaktor bezeichnet werde, in der praktischen Haushaltsführung jedoch nicht die notwendige Priorität erhalte. Die Zwiebel fordert deshalb, künftig sicherzustellen, dass vom Stadtrat bewilligte Kulturmittel vollständig für ihren vorgesehenen Zweck eingesetzt werden und nicht verfallen, während gleichzeitig Förderanträge aus finanziellen Gründen abgelehnt werden müssen.















