Die BMA365 Bamberg Baskets haben am 28. Spieltag der easyCredit Basketball Bundesliga ein wichtiges Zeichen gesetzt.
Mit einem hart erarbeiteten 81:75-Erfolg über Science City Jena kehrten die Oberfranken zurück in die Erfolgsspur und sicherten sich zugleich wieder den dritten Tabellenplatz. Vor 5.004 Zuschauern entwickelte sich eine intensive Partie, die weniger durch spielerische Leichtigkeit als vielmehr durch Kampfgeist und defensive Phasen geprägt war. Nach der Niederlage in Vechta stand Bamberg unter Zugzwang – und lieferte genau die richtige Antwort.
Blitzstart als Schlüssel zum Erfolg
Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als Bamberg bereits mit 9:0 führte. Besonders Demarcus Demonia, EJ Onu und Richard Balint sorgten früh für klare Verhältnisse. Dieser Start sollte sich als entscheidend erweisen. Denn obwohl Jena im weiteren Spielverlauf mehrfach zurückkam, liefen die Gäste diesem frühen Rückstand konstant hinterher. Ein zwischenzeitlicher 17:3-Vorsprung zeigte, wie dominant Bamberg in der Anfangsphase agierte. Doch Jena ließ sich nicht abschütteln. Angeführt von Lorenz Bank, der später Topscorer der Partie werden sollte, kämpften sich die Thüringer zurück. Ein 16:4-Lauf brachte sie wieder in Schlagdistanz – ein erstes Signal, dass dieses Spiel kein Selbstläufer werden würde.
Ein Spiel der Läufe prägt die erste Halbzeit
Auch im zweiten Viertel blieb das Muster gleich: Bamberg legte vor, Jena antwortete. Nach einem zwischenzeitlichen 35:25 für die Hausherren gelang es den Gästen erneut, das Spiel auszugleichen. Vor allem Keith Braxton und Bank sorgten dafür, dass die Partie beim 39:39 wieder völlig offen war. Doch Bamberg bewahrte die Ruhe. Zach Ensminger und Daniel Keppeler trafen wichtige Würfe von außen und stellten den Vorsprung zur Halbzeit wieder her. Mit einer 46:41-Führung ging es in die Kabinen – ein Spiel auf Augenhöhe, in dem Bamberg jedoch stets die Kontrolle behielt.
Defensive Stabilität bringt Bamberg zurück auf Kurs
Nach der Pause zeigte Bamberg erneut seine Stärke in entscheidenden Momenten. Ein 7:0-Lauf zum Start der zweiten Hälfte brachte die Hausherren wieder deutlicher in Front. Vor allem defensiv präsentierte sich das Team von Head Coach Anton Gavel phasenweise stabil. Immer wieder gelang es, Jena zu schwierigen Würfen zu zwingen und Ballgewinne zu erzwingen. Doch auch diesmal hielt Jena dagegen. Die Gäste nutzten kleinere Unkonzentriertheiten konsequent aus und verkürzten den Rückstand erneut. Besonders auffällig: Bamberg gelang es nicht, sich entscheidend abzusetzen.
Cobe Williams und Ensminger übernehmen Verantwortung
Im dritten Viertel waren es vor allem individuelle Aktionen, die den Unterschied machten. Cobe Williams glänzte mit spektakulären Drives und wichtigen Punkten in der Schlussphase des Abschnitts. Mit einer 63:56-Führung ging es ins letzte Viertel – eine Ausgangslage, die Spannung versprach. Im Schlussabschnitt wurde das Spiel zunehmend intensiver. Beide Teams kämpften um jeden Ball, die Trefferquote sank, die Emotionen stiegen. Bamberg konnte sich zunächst etwas absetzen, doch Jena blieb hartnäckig. Dann kam der Moment von Zach Ensminger.
Der entscheidende Moment: Ensmingers Dreier bricht Jenas Widerstand
Beim Stand von 75:66 und ablaufender Shotclock übernahm Ensminger Verantwortung. In einer Eins-gegen-eins-Situation gegen Lorenz Bank setzte er einen schwierigen Step-back-Dreier – ein Wurf, der nicht nur Punkte brachte, sondern auch psychologisch enorm wichtig war. Kurz darauf legte er einen weiteren Dreier nach und sorgte damit für die Vorentscheidung. Zwar kam Jena in den Schlusssekunden noch einmal heran, doch Bamberg behielt die Nerven. Sichere Freiwürfe – erneut durch Ensminger – machten den Sack endgültig zu.
Stimmen zum Spiel: Arbeitssieg mit Verbesserungspotenzial
Nach der Partie sprach Daniel Keppeler von einem „typischen Arbeitssieg“. Eine Einschätzung, die den Spielverlauf treffend beschreibt.
Auch Trainer Anton Gavel zeigte sich nur teilweise zufrieden:
„Es ist nach der Niederlage in Vechta enorm wichtig, wieder gewonnen zu haben. Defensiv haben wir recht ordentlich gespielt. Wir konnten phasenweise viele Stopps am Stück bekommen, hatten dann aber auch Phasen, in denen Jena immer wieder gescort hat. Insgesamt aber war unsere Verteidigung ganz ordentlich. Offensiv war unser Spiel nicht gut. Wir haben uns schwer getan gegen deren Defense. Als wir dann aber mit Geschwindigkeit, etwas mehr Präzision und Geduld gespielt haben, konnten wir uns gute Möglichkeiten herausspielen. Wir sind sehr glücklich über diesen Sieg und jetzt gilt der volle Fokus auf Ulm.“
Auf der Gegenseite ärgerte sich Jenas Coach über den verschlafenen Start. Er betonte jedoch auch die Moral seines Teams, das sich trotz Rückstand immer wieder zurückkämpfte.
Bedeutung für die Tabelle und den weiteren Saisonverlauf
Mit diesem Sieg verbessern sich die BMA365 Bamberg Baskets auf den dritten Tabellenplatz – ein wichtiger Schritt im Kampf um eine gute Ausgangsposition für die Playoffs. Für Science City Jena bleibt die Situation im Tabellenkeller hingegen angespannt. Der Aufsteiger braucht weiterhin dringend Siege, um den Klassenerhalt zu sichern.
Der Blick nach vorne: Spitzenspiel in Ulm wartet
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt Bamberg nicht. Bereits am kommenden Spieltag wartet ein echtes Topspiel: Auswärts geht es gegen den Tabellenfünften aus Ulm. Diese Partie wird zeigen, ob Bamberg den positiven Trend bestätigen kann – oder ob weiterhin Schwankungen im Spiel vorhanden sind. Für Jena steht ein ebenso wichtiges Spiel an: Gegen Würzburg geht es um wertvolle Punkte im Abstiegskampf.
Wenn Einsatz den Unterschied macht
Dieses Spiel war kein Basketball-Leckerbissen – aber ein Beispiel dafür, wie wichtig Mentalität, Disziplin und Timing im Profisport sind. Bamberg hat nicht geglänzt, aber geliefert. Genau solche Spiele entscheiden am Ende über Tabellenplätze und Saisonziele. Der Sieg gegen Jena zeigt: Wer früh die Kontrolle übernimmt, in schwierigen Phasen ruhig bleibt und im richtigen Moment die entscheidenden Würfe trifft, der wird belohnt. Und genau das haben die Bamberger an diesem Abend getan.
















