Mit Humor, klaren Worten und einem deutlichen Blick nach vorn eröffnete Oberbürgermeister Andreas Starke den Neujahrsempfang der Stadt Bamberg 2026 in der Konzert- und Kongresshalle.
Vor zahlreichen Gästen aus Politik, Gesellschaft und Bürgerschaft zeichnete er ein vielschichtiges Bild der kommenden Monate – geprägt von großen Projekten, gesellschaftlichem Zusammenhalt und einem persönlichen Abschied.
Ein gelungener Auftakt: Dank, Musik und gelebte Inklusion
Schon zu Beginn machte Starke deutlich, dass ein Neujahrsempfang mehr ist als ein formeller Pflichttermin. Er dankte den vielen Helferinnen und Helfern hinter den Kulissen, würdigte die Kinderbetreuung und hob die musikalische Begleitung durch das Kammerorchester der Universität Bamberg hervor. Besonderen Applaus erhielt erneut die Gebärdendolmetscherin Alexa Dölle, die nicht nur Worte, sondern auch Musik sichtbar machte – ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion, das längst zu einem Markenzeichen des Bamberger Neujahrsempfangs geworden ist.
Stabiler Haushalt trotz schwieriger Zeiten
Ein zentrales Signal gleich zu Beginn: Bamberg verfügt über einen ausgeglichenen und genehmigungsfähigen Haushalt für 2026. In Zeiten angespannter kommunaler Finanzen sei dies alles andere als selbstverständlich, betonte Starke. Der Verzicht auf teure Wahlkampfgeschenke habe sich ausgezahlt. Mit der erhofften Genehmigung durch die Regierung von Oberfranken kann die Stadt wichtige Projekte planmäßig umsetzen – ein entscheidender Faktor für Verlässlichkeit und Handlungsfähigkeit.
Große Projekte prägen das Stadtbild von morgen
Der Blick nach vorn nahm breiten Raum ein. Besonders hervorgehoben wurde die Wiedereröffnung der Klosterkirche St. Michael am 25. April 2026. Der sanierte Himmelsgarten soll künftig wieder ein spiritueller, kultureller und touristischer Anziehungspunkt werden. Auch die Sanierung von Schloss Geyerswörth steht kurz vor dem Abschluss. Neben städtischen Ämtern zieht dort künftig auch das Marionettentheater ein. Das Rathaus am Maxplatz folgt als nächstes Großprojekt – eingebettet in das neue ‚Quartier am Maxplatz‘, das die Innenstadt weiter aufwerten soll.
Konversion als Bamberger Erfolgsmodell
Ein Schwerpunkt der Rede lag auf der erfolgreichen Konversion ehemaliger Militärflächen. Der Lagarde-Campus gilt inzwischen weit über Bamberg hinaus als Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung. Neue Grünflächen, Wohnraum, Kultur und moderne Energiekonzepte verbinden sich dort zu einem lebendigen Stadtviertel. Auch das Muna-Gelände in Bamberg-Ost bleibt im Fokus. Hier soll langfristig ein Gleichgewicht zwischen Ökologie und dringend benötigten Gewerbeflächen entstehen – in Abstimmung mit Bund und Bundeswehr.
Investitionen in Jugend, Bildung und Sport
Starke unterstrich die Bedeutung der offenen Jugendarbeit. Das Jugendzentrum am Margaretendamm wird für rund 7,6 Millionen Euro umfassend modernisiert. Während der Bauzeit dient die ‚BENZE‘ als Ausweichquartier. Auch der Sport profitiert: Die Sportanlage Gaustadt wird energetisch saniert und barrierefrei umgestaltet. Gleichzeitig würdigte der Oberbürgermeister das enorme ehrenamtliche Engagement in den Vereinen, das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt unverzichtbar sei.
Wohnraum, Infrastruktur und Sicherheit
Neue Stadtquartiere wie das Atrium am Bahnhof oder das LuiOne schaffen dringend benötigten Wohnraum und beleben zentrale Lagen. Ergänzt wird dies durch neue Baugebiete, etwa in Wildensorg. Im Bereich Sicherheit entstehen ebenfalls neue Strukturen: Der Polizeistandort ‚Am Tännig‘ sowie die Verlegung der Integrierten Leitstelle nach Buttenheim stärken die regionale Infrastruktur.
Ankerzentrum: Ein politischer Kompromiss mit Perspektive
Deutliche Worte fand Starke zur Zukunft des Ankerzentrums. Der gefundene Kompromiss sei Ergebnis eines verantwortungsvollen Abwägens. Mit klaren Kapazitätsgrenzen, einer Befristung und der Perspektive auf einen späteren Erwerb des Geländes durch die Stadt habe Bamberg einen Weg gefunden, sozialen Frieden zu sichern und langfristige Gestaltungsmöglichkeiten zu gewinnen.
Solidarität, Demokratie und europäische Verantwortung
Mit Blick auf den anhaltenden Krieg in der Ukraine kündigte Starke die neue Städtepartnerschaft mit Mukatschewo an. Sie sei mehr als Symbolik und Ausdruck gelebter Solidarität. Gleichzeitig rief er zur Teilnahme an den Kommunalwahlen am 8. März 2026 auf. Demokratie lebe vom Mitmachen – ein Appell, der angesichts gesellschaftlicher Spannungen bewusst gesetzt wurde.
Jubiläen und kulturelle Höhepunkte 2026
Das Jahr 2026 wird auch ein Jahr des Feierns: Der 250. Geburtstag von E.T.A. Hoffmann, das 80-jährige Bestehen der Bamberger Symphoniker, der Tag des offenen Denkmals sowie das 100-jährige Jubiläum des Volksparks markieren kulturelle Höhepunkte mit Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus.
Ein persönlicher Abschied nach 20 Jahren
Zum Ende der Rede wurde es persönlich. Andreas Starke bestätigte, dass er nach 20 Jahren als Oberbürgermeister nicht erneut kandidieren wird. Mit Dankbarkeit und sichtbarer Verbundenheit verabschiedete er sich aus dieser Rolle – verbunden mit dem Wunsch nach Zuversicht, Zusammenhalt und Engagement für Bamberg.
















