Der Jahreswechsel verlief in weiten Teilen Oberfrankens ruhig und ohne größere Ausschreitungen.
Die Polizei war in der Silvesternacht dennoch stark gefordert: Insgesamt rückten die Einsatzkräfte zu 338 Einsätzen aus. Trotz einzelner Vorfälle konnte die oberfränkische Bevölkerung überwiegend friedlich ins neue Jahr starten. Überschattet wurde die Bilanz jedoch von einem tragischen Verkehrsunfall, bei dem ein junger Polizeibeamter ums Leben kam. Ein weiterer Beamter sowie ein Unfallbeteiligter wurden schwer verletzt.
Polizeiliche Einsatzbilanz: Ruhige Nacht mit einzelnen Schwerpunkten
Die oberfränkischen Polizeidienststellen verzeichneten in der Silvesternacht insgesamt 338 Einsätze. Darunter befanden sich 28 Ruhestörungen, 28 Sachbeschädigungen, 26 Körperverletzungsdelikte sowie 17 Verkehrsunfälle. Verglichen mit früheren Jahreswechseln blieb die Lage insgesamt überschaubar. Größere Ausschreitungen oder flächendeckende Eskalationen wurden nicht gemeldet.
Brand in Baunach: Scheune steht in Flammen
In der Silvesternacht kam es dennoch zu einem größeren Brandeinsatz. Gegen 00.50 Uhr geriet aus bislang unbekannter Ursache eine freistehende Scheune in Dorgendorf, einem Ortsteil von Baunach im Landkreis Bamberg, in Brand. Anwohner versuchten zunächst, das Feuer selbst zu löschen. Die Flammen breiteten sich jedoch rasch auf weitere Gebäudeteile aus. Erst durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand unter Kontrolle gebracht und schließlich gelöscht werden. Der entstandene Sachschaden wird auf rund 100.000 Euro geschätzt. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.
Sachbeschädigungen: Hoher Schaden durch Böller und Explosionen
Auch Sachbeschädigungen beschäftigten die Polizei in der Silvesternacht mehrfach. In Bamberg beschädigte ein junger Mann mehrere Mülleimer mit Feuerwerkskörpern. Bei einer Kontrolle stellten die Beamten fest, dass die verwendeten Böller kein erforderliches Prüfzeichen aufwiesen. In einem Ortsteil von Neustadt bei Coburg sprengten bislang unbekannte Täter gegen 01.15 Uhr einen Zigarettenautomaten mit Feuerwerkskörpern. Die Täter entwendeten anschließend Zigaretten sowie Bargeld und flüchteten unerkannt. Insgesamt registrierte die Polizei 28 Sachbeschädigungen, der Gesamtschaden liegt bei mehr als 100.000 Euro.
Körperverletzungen durch Feuerwerkskörper
Mehrere Menschen wurden in der Silvesternacht durch unsachgemäßen oder gezielten Einsatz von Feuerwerkskörpern verletzt. In Bamberg entzündete ein erheblich alkoholisierter 26-jähriger Deutscher gegen 00.30 Uhr eine Rakete aus der Hand. Diese flog unkontrolliert in Richtung einer 58-jährigen Frau, traf sie am Kopf und verletzte sie leicht. Bereits am frühen Abend, gegen 19.45 Uhr, wurden in einem weiteren Fall vier syrische Männer im Alter von 19, 20, 23 und 24 Jahren mit Böllern beworfen. Als Tatverdächtiger konnte ein 18-jähriger Syrer ermittelt werden. Drei der Männer erlitten leichte Brandverletzungen, einer zog sich zusätzlich eine Augenverletzung zu. Alle vier mussten im Krankenhaus behandelt werden. Insgesamt wurden im Regierungsbezirk 26 Körperverletzungsdelikte angezeigt. In einem Fall erlitt eine Person schwere Verletzungen.
Tödlicher Verkehrsunfall auf der B173
Ein schwerer Verkehrsunfall überschattete die ansonsten ruhige Silvesternacht. Gegen 03.00 Uhr ereignete sich auf der B173 zwischen Selbitz und der Anschlussstelle zur A9 ein tragischer Unfall mit tödlichem Ausgang. Beamte der Polizeiinspektion Naila befanden sich mit einem Streifenwagen auf Dienstfahrt, als das Fahrzeug aus bislang ungeklärter Ursache ins Schleudern geriet und auf die Gegenfahrbahn geriet. Dort kam es zur Kollision mit einem entgegenkommenden Geländewagen, der von einem 42-jährigen Mann gesteuert wurde. Durch den heftigen Aufprall wurde der Streifenwagen massiv beschädigt. Der 25-jährige Beifahrer, ein Polizeibeamter, verstarb noch an der Unfallstelle. Der 20-jährige Fahrer des Streifenwagens wurde im Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Sowohl er als auch der Fahrer des Geländewagens erlitten schwere Verletzungen und wurden in umliegende Krankenhäuser eingeliefert.
Verkehrsunfälle: Mehrere Verletzte und hoher Sachschaden
Insgesamt ereigneten sich in der Silvesternacht 17 Verkehrsunfälle im gesamten Regierungsbezirk Oberfranken. Dabei wurden sechs Personen verletzt, darunter auch der Polizeibeamte, der bei dem schweren Unfall auf der B173 sein Leben verlor. Der Gesamtsachschaden aller Verkehrsunfälle wird auf rund 200.000 Euro geschätzt.
Ein ruhiger Jahreswechsel mit einem tragischen Schatten
Trotz einzelner Vorfälle zieht die Polizei insgesamt eine überwiegend positive Bilanz zum Jahreswechsel in Oberfranken. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger feierte friedlich und umsichtig. Der tödliche Verkehrsunfall erinnert jedoch schmerzlich daran, dass Einsatzkräfte auch in festlichen Nächten großen Gefahren ausgesetzt sind – und ihren Dienst oft unter schwierigsten Bedingungen leisten.










