Brose Baskets lösen Playoff Ticket gegen Gießen

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26. Spieltag der Basketball Bundesliga. Revanche geglückt. In einem müden Spiel bezwingen die Brose Baskets vor ausverkaufter Halle die Gießen 46ers ohne Glanz mit 82:58. Die zweite Garde der Bamberger konnte sich gegen streckenweise überforderte Gießener empfehlen.

Das Hinspiel im Oktober in Gießen hatte die Mannschaft von Andrea Trinchieri noch verloren (80:81). Am Montagabend ließ der Tabellenprimus in der heimischen Brose Arena gegen die 46ers aber keine Zweifel aufkommen und siegten deutlich mit 82:58. Die Playoff-Teilnahme ist damit fix. Dabei kehrten der verlorene Sohn Karsten Tadda und Gabe Olaseni zurück. Beide waren in der abgelaufenen Hinrunde nach Hessen gewechselt. Karsten Tadda, der mit Freak City sechs Meistertitel holte, wurde mit frenetischem Jubel empfangen und stand im Startaufgebot der Gießener, ebenso wie Gabe Olaseni. Auf Seiten der Brose Baskets fielen Daniel Theis und Darius Miller verletzungsbedingt aus. Die Bamberger starteten mit Brad Wanamaker, Janis Strelnieks, Elias Harris, Patrick Heckmann und Leon Radošević.

Die Bamberger machen im ersten Viertel alles klar

Von Beginn an kontrollierten die Hausherren die Partie und starteten mit einem 8:0-Lauf. Elias Harris setzte sich gegen Gabe Olaseni durch und markierte die ersten Punkte mit einem Layup aus der Drehung. Gießen wirkte etwas unglücklich in seinen Offensivaktionen. Die Mannschaft von Dennis Wucherer vertändelte den Ball vorne zu oft. Bamberg verteidigte sehr aggressiv und zwang die 46ers, schwierige Würfe zu nehmen, auch unter dem Korb. Erst nach viereinhalb Minuten markierte Karsten Tadda die ersten zwei Zähler der Gießener. Youngster Ali Nikolić von Baunach bekam seinen Einsatz und bediente am Perimeter mustergültig Nicolo Melli für drei Punkte (17:5). Auch bei den Baskets schlichen sich in der Defensive Unkonzentriertheiten ein: Elias Harris gab einen Defensivrebound aus den Händen. Diesen Fehler nutzten die Gießener eiskalt aus. Dennoch wurde er mit acht Zählern in 6:23 Min. Mann des ersten Viertels.

Der Favorit baut die Führung aus

Im zweiten Viertel zeichnete sich ein ähnliches Bild ab, wie im ersten. Bamberg machte das Spiel. Der flinke Ali Nikolic setzte sich gegen den Hünen Olaseni durch und zog zum Korb (22:7). Nach insgesamt zwölf gespielten Minuten war der Vorsprung bereits auf 15 Punkte angewachsen. Brad Wanamaker fand links vorne Lucca Staiger, der den Dreipunktewurf Swish (ohne Ring) verwandelte (27:11). Jetzt ging es Schlag auf Schlag und nach einer schönen Einzelaktion von Patrick Heckmann sah Brad Wanamaker erneut den freistehenden Lucca Staiger. (32:15). Im Umschaltspiel nach vorne agierten die Gießener zu fahrlässig und verloren den Ball häufig (insgesamt 19 Turnovers). Lucca Staiger legte noch einen Dreier nach (37:18). Zur Pause stand es 39:23.

Auch zur zweiten Hälfte blieb das Spiel ereignisarm. Gießen gelang weiterhin wenig. Die Brose Baskets mussten den Vorsprung nur noch verwalten. Würfe aus der Distanz wollten jetzt nicht wirklich fallen – weder bei den Brose Baskets noch bei den 46ers. Bamberg ließ Gießen wenig Raum, wodurch bei den Gästen die Penetration zum Korb nur selten von Erfolg gekrönt war. Strelnieks nutzt eine Unachtsamkeit der Gießener Hintermannschaft, schnappte sich einen Einwurf und erhöht mit der Sirene auf 62:39.

Im Schlussabschnitt gehörten die ersten Punkte Cameron Wells (62:41). Kurz darauf bediente er Gabe Olaseni, der den Ball gegen seine Ex-Teamkameraden per Alley-Oop durch die Reuse jagte (62:43). Die Zuschauer durften Mitte des Viertels eine tolle Ballstaffette der Baskets mit Inside-Outside-Play bewundern. Nikolić traf bei seinem anschließenden Dreipunktewurf aber nur den Ring. Staiger machte es besser: nach einem Turnover Gießens traf er den nächsten Dreier (71:47).

Die jungen Wilden

Bereits im dritten Spielabschnitt hatten die Fans angefangen, „Andi Obst“ zu skandieren. Publikumsliebling und Eigengewächs Andi Obst bekam dann auch noch ein paar Minuten und erzielte sofort einen Dreier. Die jungen Baunacher Nachwuchsspieler Ali Nikolić und Andi Obst waren jetzt gemeinsam auf dem Feld. Staiger markierte den nächsten Treffer aus der Distanz (76:56). In den letzten beiden Spielminuten setzte sich Ali Nikolić gegen Karsten Tadda durch, der wie eine Klette an ihm klebte und bediente Andi Obst (79:56), der nach einem Foul zur Freiwurflinie ging. Die Youngster konnten sich empfehlen. Headcoch Andrea Trinchieri agierte im letzten Viertel mit einer sehr kleinen Aufstellung, die aber für Wirbel sorgte. Topscorer wurden Elias Harris und Scharfschütze Lucca Staiger mit jeweils 15 Punkten.

Coach Andrea Trinchieri nach dem Spiel: Für mich als Trainer ist es eine Freude, meine Mannschaft nach dem Spiel vergangenen Donnerstag [Anm. d. Red.: gemeint ist der Euroleague-Sieg gegen Olympiakos Piräus] in dieser Verfassung zu sehen. Nach einem solchen Spiel ist die Rückkehr auf den Court schwierig. Denn das Spiel gegen Olympiakos hat uns alles abverlangt, physisch und mental. Das Auftreten meiner Mannschaft war seriös und professionell. Defensiv hat sie heute Unglaubliches geleistet. Das Team hat nicht viele Fehler gemacht, hart gespielt und sich gegenseitig in der Offensive unterstützt. Wir haben einige unserer großen Spieler vermisst, einige andere geschont. Meine Mannschaft tritt als Team auf, mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet. Wir setzen die komplette Bank ein und das ist der richtige Weg, wenn es darum geht solche Spiele zu bestreiten. Man kann nach mittlerweile über 50 Spielen nicht immer die gleichen Spieler einsetzen und Energieverluste hinnehmen. In drei Tagen steht unser nächstes, großes Spiel an.

Die Brose Baskets treten am Donnerstag um 22 Uhr gegen Khimki Moskau an und müssen gewinnen, um die Chance auf den Halbfinaleinzug in der Euroleague zu wahren.