Brose Baskets besiegen Eisbären Bremerhaven und bleiben zuhause ungeschlagen

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Finaler Spieltag in der Beko BBL. Es ging um nichts mehr. Bamberg war im Vorfeld dieser Partie bereits gesicherter Hauptrundenerster, die Gäste aus Bremerhaven hatten den Abstieg abgewendet und wollten sich mit einer guten Vorstellung verabschieden. Angeführt vom bärenstarken Kyle Fogg (27 Punkte) boten die Eisbären dem Meister lange Zeit die Stirn. Doch im letzten Viertel setzten sich die Hausherren mit ihrem Teambasketball durch und fuhren am Sonntag einen soliden 92:77-Erfolg ein.

Dominantes Teamplay der Brose Baskets

Die Startformation der Brose Baskets am Sonntagnachmittag bestand aus Daniel Theis, Janis Strelnieks, Patrick Heckmann, Leon Radosevic und dem jungen Ali Nikolic. Nicolo Melli und Nikos Zisis schonte Headcoach Andrea Trinchieri für die Playoffs. Radosevic eröffnete aus der Halbdistanz auf Zuspiel von Strelnieks (2:0). Heckmann legte ein Lay-Up hinterher (4:0). Theis räumte Jerry Smith ab. Kyle Fogg erzielte schließlich nach zweieinhalb Minuten die ersten Zähler für die Bremerhavener (4:2). Es war ein schleppender Beginn beider Mannschaften. Vor allem die Gäste von der Nordsee nutzten ihre Chancen nicht. Fogg brachte seine Mannschaft durch Freiwürfe heran (u.a. ein And-One) (1/1) zwar heran (8:5). Doch die Hausherren zeigten ein gutes Teamplay (15:9). Auch die Bankspieler präsentierten sich eine Woche vor den Playoffs in bestechender Form.

Patrick Heckmann konnte sich unter dem Korb von gleich drei Verteidigern unter dem Korb lösen und hatte das Auge für Darius Miller, der mit dem Dreier belohnte (18:9). Ein paar Minuten vor Ende des ersten Viertels kam dann auch Brad Wanamaker ins Spiel. Er traf den Ring – Harris staubte per Tip-In ab (20:11). Die Eisbären blieben weiterhin vom Pech und der Bamberger Defense verfolgt. Durch Lucca Staigers Dreier bauten die Brose Baskets die Führung aus (25:16). 27:20 endete der erste Spielabschnit. Ein durchaus ausgeglichenes Spiel mit kampfstarken Bremerhavenern.

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Bamberger können sich nicht entscheidend absetzen

Das zweite Viertel startete mit einem trockenen Distanzwurf von Bremerhavens Fabian Bleck (27:23). Staiger antwortete mit einem Dreier von seiner Lieblingsposition links in der Ecke (30:23). Erstmals zweistellig wurde die Führung nach Patrick Heckmanns Freiwurf (33:23). Die Partie hatte einen sehr fairen Charakter. Bleck brachte Daniel Theis beim Lay-Up-Versuch zu Fall, half ihm aber gleich auf. Jerry Smith erwischte Ali Nikolic mit der Hand im Gesicht, entschuldigte sich aber sofort.

Die Brose Baskets zeigten weiterhin ein schnörkelloses Ballsharing – sie bewegen das Spielgerät um die gegnerische Dreipunktelinie herum, wie kaum eine andere Mannschaft in der BBL: Janis Strelnieks mit dem No-Look-Pass auf Daniel Theis, der in der linken Ecke Darius Miller findet. Miller täuscht den Dreier an, macht einen Schritt nach vorne und netzt aus der Halbdistanz ein (39:27). Bremerhaven bekam in der Offense Probleme mit der Shotclock, wodurch der Ballbesitz wechselte. Doch Kyle Fogg steckte nicht auf und versenkte aus dem Lauf den Dreier (43:32). Theis tat es ihm in Diensten der Bamberger gleich (46:32). Janis Strelnieks besorgte mit Freiwürfen den 49:39-Pausenstand.

Immer wieder Kyle Fogg

Das dritte Viertel begann mit vielen Unterbrechungen und wenig Offensivaktionen. Schrittfehler, Turnovers, Fouls prägten das Geschehen. Smith setzte seinen nächsten Dreier für die Gäste (53:47). Die Bamberger schienen etwas ihre Linie verloren zu haben. Wanamaker rutschte aus und versursachte den Turnover, den die Gäste auszunutzen wussten (53:49). Bremerhaven steckte nicht auf und kam Punkt für Punkt heran. Beim Stand von 57:49 zog Andrea Trinchieri die Auszeit (5:13 min. Danach agierte seine Mannschaft konsequenter im Abschluss. Brad Wanamaker markierte die nächsten Zähler. Der Captain übernahm Verantwortung und macht den ganz sicheren Dreier Swish (60:49).

Lucca Staiger kassierte das Unsportliche, als er Kyle Fogg beim Korbleger aushebelte (2/2) (60:53). Mit Freiwürfen und einem Distanztreffer aus dem Fastbreak heraus, brachte Fogg seine Eisbären bis auf drei Puntke heran (62:59). Janis Strelnieks traf auf der Gegenseite den Dreier (65:59). Bremerhavens Spieler Larry Gordon und Waverly Austin verlegten mehrere Lay-Ups innerhalb weniger Sekunden und holten sich zwar die Offensivrebounds, konnten diese aber nicht verwerten. Durch eine überragende Freiwurf-Quote von 94 % (16/17) hielten die Bremerhavener den Anschluss. Im dritten Spielabschnitt konnten sich die Gäste punktetechnisch behaupten (21:17 aus ihrer Sicht). Kyle Fogg stand bereits bei 23 Zählern. Mit 66:60 ging es in den letzten Spielabschnitt.

Bamberger behalten die Nerven

Im letzten Spielabschnitt war es ein offener Schlagabtausch. Andrea Trinchieri am Seitenrand ist sichtlich erregt. Daniel Theis verschaffte den Baskets mit seinem Dreier etwas Luft (69:62). Wer hätte das gedacht. Der stärkste Gegner zuhause in der gesamten Saison ist Bremerhaven. Allerdings verwechselte er auch Freund und Feind. Bei einem Lay-Up-Versuch von Jerry Smith räumte er nicht nur den Bremerhavener, sondern auch seinen eigenen, heranstürmenden Teamkollegen Ali Nikolic ab. Smith verwandelte die anschließenden Freiwürfe (2/2) (69:63). Kurz danach ließ es Theis auf der anderen Seite krachen – per Alley-Oop (71:63). Robbie Sihota brachte die Eisbären mit seinem Dreier wieder bis auf fünf heran (71:66). Am Ende setzen sich die Hausherren dann aber in Person von Darius Miller, Brad Wanamaker und Lucca Staiger mit Dreiern und Fastbreaks doch souverän durch. Kurz vor Spielende durfte auch Bambergs Andi Obst noch einmal Hauptrundenluft schnuppern. Den Schlusspunkt zum 92:77 setzte Ali Nikolic.

Vor dieser Partie hätten wahrscheinlich nur wenige gedacht, dass der Tabellenfünfzehnte aus Bremerhaven einer der stärksten Gegner in der heimischen Brose Arena werden könnte. Der alles überragende Mann am Sonntagnachmittag war Bremerhavens Kyle Fogg mit 27 Punkten. Bei den Bambergern wurde Daniel Theis (16 Punkte) bester Werfer. Kommenden Sonntag (8. Mai) empfangen die Brose Baskets in der ersten Runde der BBL-Playoffs Würzburg, das sich trotz Niederlage gegen Göttingen auf Rang Acht retten konnte, weil zeitgleich Gießen gegen Alba Berlin in der Overtime verloren hatte. Ein Leckerbissen für die Fans also im Viertelfinale: ein Frankenderby.

Point Guard Janis Strelnieks (Brose Baskets) nach dem Spiel:

Es war das letzte Spiel der Saison. Bremerhaven wollte noch einmal ein gutes Spiel abliefern. Wir waren zu Beginn vor allem in der Defense zu unkonzentriert. Am Ende hat es aber gereicht. Nun müssen wir von Spiel zu Spiel denken. Wir verschwenden keinen Gedanken an die nächste Runde.