Bamberg schlägt streckenweise harmlose Gäste aus Piräus

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Spieltag 14 in der Euroleague. Am Dienstag in Madrid noch unter die Räder gekommen, beschenkte sich Brose Bamberg am Donnerstagabend mit einer starken Vorstellung bereits Vorfeld der Weihnachtstage. Die Mannschaft von Andrea Trinchieri besiegte das über weite Strecken harmlose Olympiakos Piräus mit 82:68. In der heimischen Brose Arena führten die Bamberger von Anfang an und gaben diese Führung auch bis Spielende nicht aus der Hand. Ein furioser 11:0-Lauf zu Beginn der Partie war der entscheidende Faktor. Mann des Spiels wurde Darius Miller mit 19 Punkten.

Den Anfang für Bamberg machten dieses Mal Fabien Causeur, Nicolo Melli, Nikos Zisis, Darius Miller und Leon Radosevic, und diese Startformation sollte für Furore sorgen. Der Auftakt gestaltete sich mehr als unerwartetet: die Hausherren legten einen 11:0-Lauf hin. Bereits nach drei Minuten führten sie mit neun Zählern, von denen fünf auf das Konto von Fabien Causeur gingen. Darauf verwarf Piräus beide seiner ersten Freiwürfe im Spiel. Erst nach viereinhalb Minuten erzielte Vassilis Spanoulis die ersten Punkte für sein Team (11:2). Die folgenden zwei Dreipunktewürfe der Gäste fanden ihr Ziel, doch Bamberg blieb unbeeindruckt und Darius Miller antwortete mit einem erfolgreichen Distanztreffer für das Heimteam (16:9). Die Spieler von Olympiakos fanden ihren Rhythmus überhaupt nicht. Mit 23:13 ging es in den zweiten Spielabschnitt.  

Bamberg hält Gäste auf Distanz

Das zweite Viertel läutete Darius Miller mit einem frechen Steal ein, indem er seinem unachtsamen Gegenspieler Matt Lojeski den Ball einfach aus der Hand riss und darauf Nicolo Melli bediente. Der zögerte nicht lange und schloss aus der Distanz ab (26:13). Janis Strelnieks holte die nächsten fünf Punkte und vollendete einen 8:0-Lauf. In der Folge kontrollierte Brose Bamberg das Spielgeschehen und baute den Vorsprung noch aus. Bambergs Leon Radosevic sorgte dann für ein Highlight: mit einem Monsterblock in der Defensive brachte er Olympiakos‘ Khem Birch zu Fall, der sichtlich mitgenommen sekundenlang regungslos auf dem Boden verweilte. Auch spielerisch wusste der Gastgeber zu überzeugen. Nach einem formidabel vorgetragenen Inside-Outside-Play traf Fabien Causeur sicher von außen (48:27). Zur Pause stand es 48:30.

Im dritten Viertel, das weitestgehend ohne nennenswerte Aktionen verlief, zeigten die Gäste Kämpferqualitäten und kamen durch Vangelis Mantzaris, Vassilis Spanoulis und Patric Young wieder heran. Gegen Ende des Spielabschnitts betrug der Abstand erstmals seit dem ersten Viertel weniger als zehn Punkte. Mit 59:50 aus Sicht der Bamberger ging es in den finalen Spielabschnitt. Das dritte Viertel ging mit 20:10 ganz klar an Piräus. Sollte es doch wieder eine Zitterpartie werden?

Bamberg souverän

Janis Strelnieks machte den Schritt zur Seite und versenkte das Spielgerät von außen (62:50).  Matchwinner wurde aber ein anderer. Darius Miller war im letzten Viertel unaufhaltsam. Er warf aus allen Lagen, vor und hinter der Dreipunktlinie. Beim Dreierversuch wurde er umgestoßen, traf dennoch irgendwie und bekam den Bonusfreiwurf (And-One 1/1) (66:52). Am Ende kam er auf 19 Punkte. In der Folge verwalteten die Bamberger den Vorsprung souverän. Die Fans taten ihr Übriges. In der Brose Arena herrschte eine Stimmung wie lange nicht mehr – die Bezeichnung „Frankenhölle“ durfte in den Mund genommen werden.

Am Ende setzte sich der deutsche Meister mit 82:68 gegen Spanoulis & Co durch und kann sich nun auf besinnliche Feiertage freuen. Denn Platz acht und das damit verbundene Weiterkommen in der Euroleague ist wieder möglich.

Janis Strelnieks im Interview nach dem Spiel über das dritte Viertel (10:20 aus Sicht von Bamberg):

„Sie sind ein sehr gutes Team. Wenn man sich in Erinnerung ruft wie sie vor ein paar Jahren im Final Four der Euroleague gegen solche Kaliber wie CSKA Moskau oder Real Madrid zurückkamen, darf man sich nicht wundern. Für sie [Anm. d. Red.: gemeint ist Piräus] war es nichts Ungewöhnliches, sie wissen, wie man Comebacks schafft. Unsere Aufgabe bestand darin, im letzten Virtel fokussiert zu bleiben und das zu spielen was wir am besten können: defensiven und offensiven Team-Basketball. Nach dem Desaster in Madrid sind wir froh über unsere heutige Leistung.“

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Arthur studiert Slavistik im Master an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Bei der Studierendenzeitschrift Ottfried und dem Studentenradio Uni-Vox ist er schon seit vielen Semestern aktiv. Für GoBamberg ist er hauptsächlich in der Brose Arena unterwegs und verfolgt mit viel Leidenschaft die Spiele der Brose Baskets.