Am 21. Spieltag der Beko Basketball Bundesliga gastierten die WALTER Tigers Tübingen in der Brose Arena. Die Brose Baskets Bamberg bestimmten am Sonntagnachmittag von Beginn an die Partie und fegten die Tübinger mit 101:64 aus eigener Halle. Der Sieg hätte sogar noch höher ausfallen können.

Nach dem Sensationserfolg vergangenen Donnerstag gegen den FC Barcelona Lassa ging für die Brose Baskets der Alltag in der Bundesliga weiter. Zu Gast war der Tabellenvierzehnte aus Tübingen. Point Guard und Punktegarant Jannis Strelnieks wurde aufgrund muskulärer Probleme von Headcoach Andrea Trinchieri geschont. An seine Stelle trat Aleksej Nikolić. Der slowenische Youngster gab sein Debüt in der Startformation. Nicolo Melli, Bradley Wanamaker, Elias Harris und Darius Miller ergänzten die Starting Five. Nicolo Melli markierte die ersten fünf Punkte. Der Tabellenführer der Basketball Bundesliga aus Bamberg startete souverän mit einem 13:0 Lauf. Erst nach knapp drei Minuten erzielten die Gäste aus Tübingen den ersten Korb. Das Inside-Outside-Play der Brose Baskets funktioniert tadellos. Dabei bewegten die Bamberger den Ball ein ums andere Mal so lange um die 3-Punkt-Linie herum, bis der freie Mann gefunden war. Dieses Prozedere entpuppte sich als probates Mittel gegen defensiv überforderte Tigers. Die Mannschaft von Tyron McCoy fand ihren Rhythmus nicht und verwarf in der Anfangsphase viel, sodass der Rückstand auf die Hausherren nach dem ersten Viertel bereits über 20 Punkte betrug (31:9). Dem kontrollierten Spielaufbau und Fastbreaks der Bamberger konnten sie nichts entgegensetzen.

Die Offensivmaschinerie kommt ins Laufen

Baskets-Coach Trinchieri rotierte viel. Einmal mehr zeigte sich die eindrucksvolle Tiefe seines Kaders. Auch nach Herausnahme der Starter Bradley Wanamaker und Darius Miller veränderte sich das Gesamtbild nicht. Auch Bankspieler wie Lucca Staiger und Leon Radosević zeigten auf dem Court Präsenz und bewiesen Zug zum Korb. Defensive Stärke unter dem eigenen Korb und astronomische Wurfquoten sorgten für einen kontinuierlichen 25 Punkte-Abstand, der im Zuge des zweiten Spielabschnitts sogar noch aufgestockt werden konnte. Der Offensivhunger der Baskets kannte an diesem Nachmittag keine Grenzen: Aleksej Nikolić spielt einen No-Look-Pass auf Darius Miller, der einen Wurf antäuscht und dann Elias Harris mustergültig unter dem Korb bedient. Tübingen wirkte verunsichert und hektisch im Spielaufbau – und fand defensiv kaum statt. Zur Halbzeit lagen die Brose Baskets mit 63:24 in Front. Die frenetischen Fans, unter denen einige anlässlich Fasching Masken mit den Gesichtern der Spieler trugen, waren vom Spielstand sichtlich angetan und skandierten „Steht auf, wenn ihr für Bamberg seid!“

Beinharte Defense

Auch im dritten Viertel fanden die Tübinger kein Mittel gegen die sehr physisch spielenden Domstädter. Zwar scorten die Brose Baskets nicht mehr so konsequent wie in der ersten Hälfte, doch legten sie in der Defense noch einmal zu. Monsterblocks durch Patrick Heckmann und Daniel Theis heizten die Stimmung in der Halle an. Die Fans verzeihten kleinere Unkonzentriertheiten und Turnovers. Sie peitschten ihr Team untentwegt nach vorne. Obwohl die Tübinger mit mehr Energie und fokussierter aus der Kabine kamen, war es ein Klassenunterschied. Selten fanden sie den Weg zum Korb oder den freien, einschussbereiten Mann außerhalb des Perimeters. Meistens wurden die Schwaben perfekt von Bambergs Defensivspielern verteidigt. Yassin Idbihi und Patrick Heckmann zeigten Kämpferqualitäten unter dem eigenen Korb. Trinchieris Defense unterband Tübingens Pick and Roll-Versuche zum Bamberger Korb fast vollständig. Und so ging es in letzte Viertel mit einem Spielstand von 84:45.

Wurfquoten in anderen Sphären

Im finalen Spielabschnitt schalteten die Bamberger offensiv einen Gang zurück. Tübingen gab sich nicht auf und investierte jetzt mehr. Das Spiel wurde physischer. Bambergs Aleksej Nikolić ließ sein Können aufblitzen und nahm das Heft in die Hand. Dabei wirkte der junge Playmaker nicht immer glücklich, ging aber, wie Yassin Idbihi, jedem Ball nach. Der junge Slowene Aleksej Nikolić bekam das Vertrauen vom Trainer und erhielt knapp 31 Minuten Spielzeit. Den Schlusspunkt zum 101:64-Kantersieg setzte Daniel Theis. Den Unterschied machten am Ende Bambergs astronomische Wurfquoten bei den 2-Punkt-Würfen (76 %) und Freiwürfen (91 %). Gleich 6 Spieler auf Seiten der Bamberger punkteten zweistellig. Bei den Tübingern stachen immerhin Garlon Green mit 18 und William Buford mit 17 Punkten hervor. Der Trainer der Tigers wirkte im Anschluss an die Partie restlos bedient:

„Wir haben gegen das beste Team in Deutschland gespielt. Ich bin ziemlich enttäuscht.Wir sind mit der Einstellung ins Spiel gegangen, es einfach auf uns zukommen zu lassen. Wir sind zerbröckelt. Bamberg bestimmte von Anfang an den Ton. Wir mussten schwierige Würfe nehmen und im Grunde war das Spiel für uns nach vier oder fünf gespielten Minuten verloren.“

Andrea Trinchieri (Headcoach Brose Baskets Bamberg):

Wie ihr Deutschen sagen würdet: ‚Alles in Ordnung‘. Wir waren in der Lage zu rotieren und alle Spieler einzusetzen. Die Mentalität der gesamten Mannschaft hat mich beeindruckt. Das war ein Must-Win-Game. Wir haben unsere Pflichtaufgabe erfüllt. Jetzt können wir uns auf das kommende Spiel in Vitoria konzentrieren.