Bamberg: Bittere Euroleague Niederlage für die Brose Baskets

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Der emotionale Buzzerbeater-Sieg gegen Istanbul ist kaum eine Woche alt, da wartete schon der nächste Konkurrent um den Einzug in die Top 16. Am Donnerstagabend spielten die Brose Baskets gegen das Team mit dem glanzvollem Namen “Emporio Armani Mailand”.

Brose gegen Armani. Automobilzulieferer gegen Modeunternehmen. Die Kleinstadt Bamberg gegen die Metropole Mailand. Der deutsche Meister gegen den dreimaligen Euroleague-Champion. Ein klarer Sieg für die Italiener würde da so mancher sagen. Doch die Brose Baskets wollten an ihren Last-minute Sieg der vergangenen Woche anknüpfen.

Die Bamberger starteten mit der gewohnten Starting Five in das dritte Euroleague Heimspiel: Goldsberry, Gavel, Jacobsen, Markota und Zirbes sollten in den ersten Minuten den Weg zum dritten Euroleague Sieg ebnen. Der Jump ging allerdings an das Team aus Mailand.
Nachdem die Italiener einen Schnellstart hinlegten und mit 6:0 führten, nahm Chris Fleming die Auszeit, um sein Team wachzurütteln. Das zeigte Wirkung: Die Brose Baskets kämpften sich Punkt für Punkt heran und ihnen gelang durch Damir Markota der Ausgleich.

Brose Baskets Bamberg

Mailand macht Brose Baskets das Leben schwer

Auch der Captain machte zuerst da weiter, wo er vor einer Woche aufgehört hatte: Dreier werfen. Doch es sollte sein einziger an diesem Abend bleiben. Den Bambergern gelang ein 12:0-Lauf und waren nun in der Partie angekommen.
Mailand konnte aber schnell wieder ausgleichen und entschied am Ende das erste Viertel mit 18:20 für sich. Bamberg leistete sich noch zu viele Fehler in der Defense. Auch war es kein sonderlich hartes und durch viele Fouls geprägtes Spiel. Das blieb auch im zweiten Viertel so, wo es anfangs ein ewiges Hin und Her war.

Jamar Smith traf gleich zu Beginn mit einem Dreier zur 21:20-Führung, ehe Mailand einen Run hinlegte und plötzlich mit sieben Punkten in Führung war (25:32). Man merkte Bamberg an, dass sie noch nicht ihren Rhythmus gefunden hatten. Unglücklich verliefen vor allem die letzten Sekunden des zweiten Viertels: Mailand traf trotz guter Defense unter dem Korb zwei Punkte.
Mit noch fünf Sekunden auf der Uhr, verpatzten die Bamberger den Einwurf und die Italiener konnten noch einmal erfolgreich abschließen. 33:43 stand es zur Halbzeit.

Bamberg mit besserer Verteidigung

“Das letzte Mal waren wir ja auch mit 14 Punkten hinten”, hörte ich allgemein die Fans in der Brose Arena sagen. Das stimmte. Doch meiner Meinung nach war die Einstellung heute auch eine etwas andere. Was gegen Istanbul alles geklappt hatte, schien heute nicht zu funktionieren. Doch die 6800 Fans hatten ihre Mannschaft noch längst nicht aufgegeben.

Zuerst konnte Emporio Armani Mailand seine Führung sogar ausbauen, bis die Bamberger ihre Aufholjagd starteten. Bamberg kam immer wieder zu guten Balleroberungen. Die Verteidigung wurde aggressiver und Brose kämpfte sich durch zwei Punkte von Zack Wright auf ein 49:53 heran. Fünf Punkte konnte Bamberg im dritten Viertel aufholen und ging mit 51:56 in das entscheidende letzte Viertel.

Nur 11 Punkte im vierten Viertel

Maik Zirbes war schließlich derjenige, der seine Bamberger bis auf zwei Punkte heran brachte. Die Chancen waren da, um sich an Mailand vorbei zu kämpfen, doch der Ball wollte einfach nicht in den Korb fallen. Die Italiener nutzen die Fehler der Bamberger eiskalt aus. Schon waren sie wieder mit neun Punkten vorne. Drei Minuten vor Ende der Partie stand es schließlich 58:68 und es hätte eine Glanzleistung folgen müssen, um diesen Vorsprung der Mailänder noch aufholen zu können.

Doch es sollte an diesem Abend einfach nicht sein. Eine Minute vor Ende verließen die ersten Fans die Halle. Hierzu möchte ich einmal sagen: Echte Fans bleiben bis zum Schluss, auch bei Niederlagen.
Die Bamberger schafften es nicht, den Abstand zu Mailand noch zu verkürzen und verloren schließlich ihr erstes Euroleague-Heimspiel mit 62:76.

Auf meinem Weg durch die Halle begegne ich einem weinenden Fan. Klar, diese Niederlage tut weh und ist mehr als ärgerlich. Doch für Mannschaft, Trainerstab und die Fans gilt: Mund abwischen und weiter machen!