Gartenamt zieht erste Bilanz nach dem Sturm vom 22. Juli

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Allein die Zahlen sind schon eindrucksvoll: Über 550 m³ angefallenes Astwerk und Reisig, fast 50.000 Euro an Kosten für Personal und Maschinen, 150 Stunden Einsatz von Motorsägen und unzählige Arbeitsstunden. Das Sturmereignis vom frühen Abend des 22. Juli, das insbesondere den Volkspark schwer getroffen hatte, sorgte für viele Extraschichten bei den Kolonnen, Maschinisten und Baumpflegern des städtischen Gartenamtes.

Dass Gewitter mit Unwetterpotenzial, welches an diesem schwülheißen Julitag auf Bamberg zugekommen ist, war von den Wetterdiensten angekündigt worden. Doch was sich dann kurz nach 18 Uhr auf einer Schneise von etwa 100 Metern Breite zwischen Armeestraße, Moosstraße und Starkenfeldstraße abspielte, damit hatte niemand gerechnet. Eine Böenwalze traf mit voller Wucht auf das Volksparkgelände mit seinem beachtlichen Baumbestand. „Da müssen ungeheure Kräfte am Werk gewesen sein, denn ein solches Schadensbild auf kleinem Raum habe ich in 25 Berufsjahren in Bamberg noch nicht erlebt“, schildert Gartenamtsleiter Robert Neuberth seine Eindrücke.

In einem kleinen Kerngebiet im Bereich des Schützenclubs und des Rollschuhclubs sei das Schadensausmaß an dem dortigen Baumbestand so groß gewesen, „dass eine zusätzliche Windhose mit im Spiel gewesen sein dürfte“, vermutet Neuberth.

 

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Erste Priorität bei den Aufräumarbeiten hatte die Wiederherstellung der Verkehrssicherheit im Volksparkgelände, in dem weite Bereiche zunächst abgesperrt wurden. Umgestürzte Bäume, die besonders auf den ansässigen Vereinsgeländen zahlreiche Zäune eindrückten (beschädigt wurde aber u.a. auch die Laufbahn des Fuchs-Park-Stadions) wurden als erstes geräumt, danach mussten herabgebrochene oder angebrochene Astpartien vorrangig entlang der Wege entfernt werden. Allein in der ersten Woche nach dem Sturm wurden 20 Mitarbeiter, fünf LKW, vier Schlepper, ein Hubsteiger, ein Kranwagen und eine Seilwinde eingesetzt.

Und schon jetzt steht fest: bei diesen Zahlen wird es nicht bleiben. Viele Schäden werden nach Schätzung von Gartenamts-Ingenieur Rüdiger Frank erst in den kommenden Wochen sichtbar, nämlich dann, wenn geschädigte Astpartien langsam braun werden und absterben. “Gleichzeitig ist das natürlich mit einer verstärkten Kontrolle der betroffenen Gehölzbestände verbunden“, so Frank. Die restlichen Aufräumarbeiten im Baumbestand werden dann zum großen Teil im Winterhalbjahr stattfinden und noch einmal ca. zwei Monate Arbeitseinsatz bedürfen.

Um die entstandenen Lücken zu schließen, sind für das Frühjahr 2016 entsprechende Baumnachpflanzungen vorgesehen.