Stärk’ antrinken
Fränkisch für Zugereiste

Stärk’ antrinken

Das “Stärk’ antrinken” ist ein fränkischer Brauch, welcher am Abend des 5. Januars begangen wird und sowohl für Schutz als auch viel Heiterkeit sorgt.

Viele Familien und Vereine pflegen dieses Brauchtum in gemütlicher Runde und nutzen den Anlass, um auf das neue Jahr anzustoßen.

Im Volksglauben soll dieses Ritual den Teilnehmern Glück, Stärke und Gesundheit bescheren sowie dabei helfen, alle Hürden, welche sie im neuen Jahr erwarten, zu überwinden. Manch eine Gruppe stößt für diesem speziellen Schutztrunk mit Glühwein oder Schnaps an, Traditionalisten bestehen jedoch auf Bier. Aus diesem Grund bietet der eine oder andere Wirt mit Sinn für Brauchtum seinen Gästen ein eigens für diesen Abend angefertigtes Starkbier an. Dieses kann jedoch besonders für orthodoxe Verteidiger der Tradition durchaus in einem Vollrausch enden: Sie bestehen nämlich darauf genau zwölf Seidla zu sich zu nehmen – eins für jeden Monat des kommenden Jahres.

Die Geschichte des Stärk’ antrinkens

Tatsächlich handelt es sich bei dem Stärk’ antrinken um einen sehr alten Brauch. Vermutlich entwickelte sich das “Stärk’ antrinken” aus vorchristlichen Neujahrstraditionen, wie dem “Julfest” oder den “Raunächten”. Im Rahmen dieser Bräuche versuchten die Menschen durch Lärm, Ausräuchern und Schutztrünke böse Geister und Dämonen abzuwehren. Diese Rituale vermischten sich mit christlichen Festen und überdauerten so die Zeitalter.

Das Datum für den Brauch hat seine Wurzeln im Frühmittelalter. So beging man ursprünglich den 6. Januar als Neujahrstag und feierte damit am Abend des 5. Januars den Abschluss des alten Jahres. Ähnlich zu unseren heutigen Neujahrsparties nutzten auch die Menschen damals die Gelegenheit für eine feuchtfröhliches Fest. Erst im Jahr 1691 entschied Papst Innozenz XII. den Neujahrstag auf den von uns als Jahresübergang gefeierten 1. Januar zu verlegen. Die Tradition des “Stär’ antrinkens” machte diese Vorverlegung jedoch nicht mit.