Mit der Gypsy-Blues-Kombo Oporto
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Mit der Gypsy-Blues-Kombo Oporto

Oporto ist eine Bamberger Gypsy-Blues-Band. Seit 2013 verzaubert die Musikkombo ganz Deutschland. 

Diesen Freitag könnt Ihr sie im Pizzini selbst erleben. Ob Fußgängerzone oder Club – wo Oporto spielt, da ist Stimmung. Unser Redakteur Stephan Großmann für Euch Sänger Armano und Leadgitarrist Andrè auf den Zahn gefühlt, um herauszufinden, wie sie das machen.

Großmann: Fangen wir am besten am Anfang an – wer steckt hinter Oporto?

André: Gerne! Versuchen wir’s in der schnellen Herzblatt-Runde: Da hätten wir Andi Höppel, den wohl einzigen Schlagzeuger, der freiwillig lieber Percussion spielt. Die tiefen Töne macht Markus “Ö” Erhardt, der sich den Kontrabass zum Einstieg in Rekordzeit draufgepackt hat. An der Geige unsere Rebekka Wagner, die man auch schon mal im einen oder anderen Orchester hören kann. Armano Persau, der für die Straßenmusik vom Schlagzeuger zum Sänger und Gitarristen mutiert ist und den Hauptanteil am Songrwiting trägt.

Armano: Und du, André, Gründungsmitglied und Leadgitarrist von Oporto.

Großmann: Wer eure Musik beschreiben möchte, stößt mit Schublade-Genres schnell an seine Grenzen. Möchtest du es trotzdem versuchen?

Armano: Das ist nicht leicht. Eigene Songs entwickeln sich immer mehr in Richtung Blues und Ragtime. Aber wir haben genauso Stücke im Repertoire, die nach Country oder Folk klingen. Je nachdem, auf was gerade Lust haben. Vor allem seit Bekki dabei ist, spielen wir auch gerne mal die ein oder andere Django Reinhardt Nummer. Und wenn Andi sein Waschbrett auspackt und ich auf meiner Dobro (Steelguitar) spiele, bekommt es schnell einen Charme von 20er Jahre-Blues.

Großmann: Stimmt es, dass nur wer mindestens zwei Shirts durchschwitzt, ein Konzert richtig erlebt?

Armano: Da stimme ich dir zu. Auf jeden Fall macht es dann am meisten Spaß – als Zuschauer und als Band. Wir spielen gerne in kleinen verschwitzten Kneipen oder Clubs. Mit stocksteifen Sitzkonzerten, wo tanzen mehr oder weniger verboten ist, haben wir nicht so viel Erfahrung…

Großmann: Armano, Aus deiner Feder stammen die meisten eurer Texte und Lieder. Um was geht’s in den Songs?

Armano: Da geht’s um alles, was einen so beschäftigt und im Alltag über den Weg läuft. Manche Songs handeln vom Reisen und Unterwegssein, manche von tollen Begegnungen und Menschen, die uns wichtig sind. Aber viele handeln auch von Verhaltensweisen und Umständen, die wir beschissen finden. 

 

Großmann: Mitunter nehmt ihr auch alte Songs zur Hand und interpretiert diese neu. Wann ist ein Lied es wert, es noch einmal neu zu überdenken?

Armano: Das passiert meistens spontan. Einer von uns spielt einen alten Song an, dann merken wir schnell, ob der zu uns passt oder nicht. Gerade bei Blues und Jazz ist es üblich, alte Stücke neu zu interpretieren. Django Reinhardt-Nummern machen live viel Spaß, weil man damit das Publikum relativ schnell in Tanzlaune bringt. 

Großmann: Ihr seid viel unterwegs und gebt Konzerte auf Festivals, tretet aber auch hin und wieder als Straßenmusiker auf. Was steckt dahinter?

Armano: Als ich und André angefangen haben, unter dem Namen Oporto aufzutreten, standen wir fast jede Woche in Fußgängerzonen und haben Straßenmusik gemacht. Wir machen das auch heute zu fünft noch gerne. Man bekommt direkt Feedback von den Leuten und im Idealfall auch ein paar Euro. Wenn Passanten stehen bleiben, CDs kaufen, lachen oder sogar tanzen, freut uns das am meisten. 

Großmann: Wer eure Gigs googlen möchte, muss das Stichwort „Oporto“ eingeben. Was steckt hinter dem Namen?

André: Die Entstehung der Band war nicht geplant, sondern ist mehr oder weniger aus der Straßenmusik heraus entstanden. Da wir bei einer Straßenmusik-Reise im „Café Oporto“ in Amsterdam eine gute Zeit mit Barkeeper Brian, den Locals und gutem Blues hatten, war der Name schnell gefunden.

Großmann: Ihr seid ja – nicht nur altersmäßig – ein bunt zusammen gewürfelter Haufen. Wie überträgt sich das auf eure Musik?

Armano: Ich glaube, dass die Musik maßgeblich davon profitiert. Mit Ausnahme von Bekki sind wir alle keine studierten Musiker. Das heißt, alles passiert ziemlich intuitiv. Da ist es super, wenn jeder seinen eigenen Touch einbringt. Man merkt auch, dass ich, André und Markus aus der rockigen Ecke kommen. Dementsprechend klingen bei uns selbst Jazzsongs immer etwas ungehobelt.

Großmann: Ihr seid am 1. Dezember in der Weinstube Pizzini zu erleben. Auf was können sich die Konzertgänger freuen?

André: Neben uns gibt’s die großartigen „The GoHo Hobos“ aus Nürnberg zu hören, die irgendwo zwischen Folk, Hobo-Musik und Gospel stehen. Danach legt DJ Frosch ausgewählte Platten auf. Auf Grund des begrenzten Platzes empfehlen wir, Karten direkt unter weinstubepizzini@gmail.com zu reservieren.

Großmann: Das Jahr 2018 steckt in den Startlöchern. Was gibt es von euch zu erwarten?

André: Wir planen eine kleine Tour für das Frühjahr, die auch ins „Café Oporto“ nach Amsterdam führen soll! Vom ausverkauften Debut-Album soll es eine Neuauflage geben und neues Material wird auch fleißig geschrieben.

Großmann: Herzlichen Dank für das Interview.

Armano: Kein Problem