Handwerker und Zünfte
Bamberger Perspektiven

Handwerker und Zünfte

Bereits im Mittelalter schlossen sich die Bamberger Handwerker in Zünften zusammen. 

Auf Zunftbäumen und Zunfttafeln kann man auch heute noch die Zunftzeichen der unterschiedlichen Gewerke erkennen. Das Bamberger Zunfthaus mit seinen Zunfttafel befindet sich gegenüber des Bamberger Theaters. Wenn man des Lesens und Schreibens nicht mächtig war, halfen diese Zunfttafeln, zu erkennen, welche Gewerbe man in der Stadt antreffen konnte. Hierbei halfen auch die Ausleger an den Häusern der Handwerker.

Der Vorläufer unseres heutigen Friseurs, der sogenannte Barbier, hatte beispielsweise meistens einen rot-weiß-blauen Stab vor seinem Geschäft. Dieser zeigte den Leuten, dass er sowohl Bärte und Haare stutzte. Er zog aber auch Zähne und führte Aderlässe sowie kleinere chirurgische Eingriffe durch – hierfür steht die rote Farbe. Noch heut erhalten manche Friseure diese alte Traditionen aufrecht z.B. der Friseur in der Austraße und der Barbier in der Fleischstraße. Aderlässe wird man dort wohl aber nicht mehr bekommen.

Zünfte in Bamberg

Viel häufiger findet man heute noch der Brauerstern in den Auslegern vieler alter Gaststätten oder Brauereien, wie z.B beim Schlenkerla, Sternla. Dieses Symbol, das vom Aussehen her dem Davidsstern gleicht, zeigte an, wo früher Bier gebraut wurde und auch oftmals noch heute gebraut wird.

Ebenso erkannte man den Büttner am Fass-Symbol, den Töpfer oftmals an einem Krug und den Schuhmacher an einem Stiefel. Metzger wiesen sich durch gekreuzte Äxte aus, Fischer anhand eines Fisches und Bäcker mit einer Brezel. Jede Zunft hatte ihr bestimmtes Symbol. Manche, wie die Blaufärber, gaben gleich ihrem ganzen Haus einen blauen Farbanstrich. An der unteren Brücke in Bamberg findet man, unübersehbar das Haus eines früheren Blaufärbers.

Medizinische Handwerkszeichen

Viele dieser Symbole sind auch heute noch gleich geblieben. Die Schlange die sich um einen Äskulapstab windet, zeigte den Menschen früher das Haus eines Medicus und ist noch heute das Symbol der Ärzte. Man findet sie z.B. an der Hauswand des Ärztehauses in der Hainstraße. Ganz ähnlich dem Äskulapstab ist das Zeichen der Apothekers – hier windet sich die Schlange jedoch um einen Kelch.

Die alten Handwerksausleger an vielen Häusern zeigen, dass sich die Tradition nicht unterkriegen lässt. Besonders spannend ist es jedoch, wenn Gewerbe heute auf solche Symbole zurückgreifen – sei es in alter Form oder in neuerer, etwa mittels Leuchtreklame. Diese Geschäfte nehmen das Erbe ihrer Zunft auf und zeigen, wie wertvoll das Handwerk auch in der Gegenwart ist.