Elektrisch durch das Weltkulturerbe Bamberg
Elektromobilität

Elektrisch durch das Weltkulturerbe Bamberg

Mit dem neuen Audi e-tron durch Bambergs Altstadt: Als eine der ersten Probefahrer machen wir den Praxistest.

Ein bisschen größer als ein Q5, aber deutlich kleiner und niedriger als ein Q7: Das ist der e-tron, Audis erster vollelektrischer SUV, der uns einlädt, die „Zukunft mitzugestalten“ – so Audi selbst über den neuen Sprössling.

Sportlich sieht er aus! Der bullige, leicht aggressive Kühlergrill mit seinen LED-Scheinwerfern lächelt uns an. Erst auf den zweiten Blick nimmt man den e-tron als Elektroauto wahr. Der geschlossene Grill und die Schriftzüge verraten ihn. Gefällig, aber typisch Audi eben.

Fahren im Audi e-tron

265 kW elektrische Leistung bei bis zu 400 km Reichweite – das sind technische Daten, die neugierig machen. Selbst wenn die Reichweite in der Praxis etwas geringer sein dürfte, ist dieser Audi das erste ernstzunehmende, deutsche Premiummodell mit reinem Elektroantrieb.

Wir drücken den Start-Knopf, und hören natürlich erstmal: nichts. Den Automatik-Wählhebel auf D und das Gaspedal antippen, und der Audi setzt sich geräuschlos in Bewegung.

„Das Auto fährt sich wie jeder Audi, nur eben elektrisch angetrieben“, wird uns gesagt. Stimmt, und trotzdem ist es ungewohnt faszinierend, damit zu fahren. Wir geben Gas, und die brachiale Beschleunigung drückt uns in die Ledersitze. Keine Schaltvorgänge, keine Vibrationen, keine Geräusche – nur ein permanenter, gieriger Vortrieb des Audis, der erst bei 200 km/h endet. Reicht uns eigentlich, erst recht für den Frankenschnellweg.

Dabei fühlt sich das Auto stets leicht und wendig an. Schwer zu glauben, dass die im Boden angebrachten Batterien das Auto auf satte 2,5 Tonnen Leergewicht bringen. 

Durch Bambergs Altstadt

Am Rondo vorbei fahren wir Richtung Domplatz. Wir ernten interessierte Blicke einiger Passanten, denn flüsterleise ziehen wir an ihnen vorbei. Das Auto macht eben doch etwas her.

Unbeeindruckt gibt sich das komfortable Fahrwerk vom Bamberger Kopfsteinpflaster, als wir sanftmütig über den Domplatz rollen. Auch durch die engen Gassen lenken wir das SUV wendig und ohne Probleme.

Die eingebauten Assistenten helfen natürlich: mit Rückfahr- und Umgebungskameras kommen wir in jede Parklücke. Spurhalteassistent und Abstandsregeltempomat halten die Geschwindigkeit zum Vordermann und uns wie gewohnt in der Spur. Ansonsten war unser Testwagen für Audi-Verhältnisse etwas spartanisch ausgestattet. Wir vermissen insbesondere die neuen Spiegelkameras, die gegen Aufpreis anstelle der Außenspiegel angebracht werden.

Ladesäulen für Elektroautos in Bamberg

Die Ladeinfrastruktur ist ein wichtiger Faktor für die Akzeptanz von Elektroautos. In Bamberg haben wir hier keine Probleme, eine Ladesäule zu finden: die Stadtwerke Bamberg haben an vielen Stellen im Innenstadtgebiet und an Parkhäusern Lademöglichkeiten geschaffen, mit denen wir das Auto über die von Audi mitgelieferte Ladekarte mit 22 kW zu deinem fairen Preis über Wechelspannung aufladen können. Damit dauert eine volle Ladung ca. 4 Stunden.

Für das Laden zu Hause wird ein Ladekabel mit Schuko-Stecker für den Haushaltsstrom-Anschluss mitgeliefert. Empfehlenswerter, weil deutlich schneller, ist aber auch hier eine Wallbox, mit der man mit einer höheren Ladeleistung aufladen kann.

Die Hochgeschwindigkeits-Ladeinfrastruktur (High Power Charging) mit Gleichstrom befindet sich noch im Aufbau. Zusammen mit BMW, Mercedes, Ford und VW werden mit der Firma Ionity bis zum Jahr 2020 europaweit 400 Ladestationen aufgebaut. An diesen können Elektroautos mit einer maximalen Ladeleistung von 350 kW laden. Unser Audi e-tron schafft hier immerhin 150 kW, was die Batterie ähnlich wie bei Teslas Superchargern in 20–30 Minuten auf 80% bringt.

Die Zukunft der Mobilität?

Ist der e-tron also Audis Einstieg in die Zukunft der Mobilität? Wir sind zwiegespalten, denn: die Produktion von Akkus ist umstritten, und die Brennstoffzelle ist am Horizont. Auch fehlt uns beim Audi das Elektroauto-Flair eines Tesla. Zu gewöhnlich fährt er sich, zu perfekt ist das Handling, zu sehr Audi das Gesamtpaket.

Doch unbestritten ist trotzdem: dieser Audi macht richtig Spaß. Ob sanftes Gleiten, starkes Beschleunigen oder zackig durch die Kurven lenken – wir haben immer ein Grinsen im Gesicht.

Zurückgekommen im Autohaus steigen wir dann wieder in unseren gewöhnlichen Benziner ein. Und merken: im direkten Vergleich kommt er uns vor wie aus der Zeit gefallen. Ja, das war ein kleiner Blick in die Zukunft, und wir freuen uns darauf.

 

Hinweis: Der Audi e-tron wurde uns zur Verfügung gestellt vom Audi Zentrum Bamberg, Motor Nützel.

Stromverbrauch kombiniert in kWh/100 km*: 24,6–23,7 (NEFZ); 26,2–22,6 (WLTP) / CO₂-Emission kombiniert in g/km: 0 / Effizienzklasse: A+