Direktkandidaten im Test – Teil 1
Bundestagswahl in Bamberg

Direktkandidaten im Test – Teil 1

Bei der Bundestagswahl vergibt jeder Wähler zwei Stimmen. Eine dieser Stimmen geht dabei an die Direktkandidaten aus dem jeweiligen Wahlkreis. Aber wer sind diese Gestalten?

Bei der Bundestagswahl vergibt jeder Wähler zwei Stimmen. Eine dieser Stimmen geht dabei an die Direktkandidaten aus dem jeweiligen Wahlkreis. Aber wer sind diese Gestalten? Wir haben einigen der Kandidaten, welche für Bamberg antreten, mit fünf einfachen Fragen auf den Zahn gefühlt. 

Die Bamberger Direktkandidaten für die Bundestagswahl

Aktuelle Umfragen sehen voraus, dass die Parteien dieser sechs Kandidaten in den Bundestag einziehen. Aus diesem Grund haben wir unsere Auswahl auf diese Gruppe beschränkt.


Lisa Badum
Die Grünen
33
Marketingmitarbeiterin bei NATURSTROM

David Klanke
Die Linke
35
Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Erlangen-Nürnberg

Thomas Silberhorn
CSU
48
Abgeordneter

Jan Schiffers
AfD
40
Rechtsanwalt

Andreas Schwarz
SPD
52
Abgeordneter

Sebstian Körber
FDP
37
Architekt

Unsere Fragen an die Bewerber

Alle Antworten in diesem Beitrag stammen direkt von den Kandidaten. Es war uns wichtig, ein authentisches Bild der Bewerber zu vermitteln. Aus diesem Grund haben wir uns bewusst dagegen entschlossen ihre Aussagen zu kürzen, bzw. sie nachträglich um eine Kürzung ihrer Antworten zu bitten. Stattdessen entschieden wir uns die Fragen auf zwei Beiträge zu verteilen. Dieser Teil des Interviews setzt sich mit den Kandidaten und ihren politischen Zielen auseinander. Den zweiten Teil des Interviews findet Ihr hier.


Frage 1: Viele Bürger wissen bis kurz vor der Wahl nicht, wen sie wählen sollen. Warum sollten sich die Bamberger für Sie entscheiden?

Badum: Wer gegen Gro-Ko Stillstand und für Zukunft ist, sollte Grün wählen. Wer möchte dass das Elektroauto der Zukunft in Bayern produziert wird statt in Peking oder Los Angeles, wer für den Kohlausstieg und 100 % Erneuerbare Energien ist, für eine offene, demokratische Gesellschaft in der Frauen ihren gleichberechtigten Platz haben, der ist bei uns Grünen richtig!

Klanke: Wir wollen 90 % der Steuerzahler, also vor allem niedrige und mittlere Einkommen entlasten. Bei dem Steuer-o-Mat kann jede/r nachprüfen, wie viel er bei uns spart.

Silberhorn: Bamberg braucht weiter eine starke Stimme in Berlin. In den vergangenen Jahren konnte ich viel für die Stadt erreichen. Seien es die Millionenbeträge an Fördermitteln, z.B. für das Welterbe, sei es mein Einsatz bei der Ansiedlung der Bundespolizei oder die vielen Bürgeranliegen. Bamberg steht vor großen Herausforderungen: Der ICE-Ausbau – um nur ein Beispiel zu nennen – ist ein Jahrhundertprojekt, für das die Stadt den bestmöglichen Interessenvertreter in Berlin braucht. Deshalb bitte ich am 24.9. erneut um das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.

Schiffers: Als Kandidat der AfD stehe ich für mehr Demokratie, steuerliche Entlastung gerade auch für niedrige und mittlere Einkommen, eine kinder- und familienfreundliche Politik und die Bewahrung von Deutschland als Nationalstaat und Heimat und ein klares Bekenntnis zu unserer kulturellen Identität. Ich möchte im Einklang mit dem AfD-Programm Politik für das eigene Volk machen. Ich sehe mich als politisch engagierten Bürger und nicht als Politiker.

Schwarz: Wichtig ist vor allem, dass die Bamberger überhaupt zur Wahl gehen. Denn nur so verhindern wir, dass radikale Parteien an den Rändern ins Parlament einziehen. Ich persönlich setze mich seit vier Jahren für die Anliegen meiner Wählerinnen und Wähler in Bamberg ein. Ich konnte in Berlin einiges für die Menschen und Gemeinden vor Ort erreichen. Ob die Millionenfördersummen für den Michaelsberg oder die Sanierung des Schlosses Geyerswörth, die vielen Gelder für Sprachkitas oder Mehrgenerationenhäuser. Aber viel wichtiger sind mir die Anliegen, die mir die Menschen in meinen Bürgersprechstunden vortragen. Das sind oft Kleinigkeiten, bei denen ich dann in Berlin ganz konkret helfen kann. Nicht immer, aber wenn, dann sind das oft sehr persönliche Geschichten und Erfolge, die gar nicht im Fokus der großen Öffentlichkeit stehen.

Körber: Wer das sog. Kanzler-Duell gesehen hat, der hat erkennen können, dass CSU und SPD vier Jahre lang nur noch verwaltet und sich die Schuld für Fehler zugeschoben haben. Wichtige Fragen für die Zukunft, wie etwa Digitalisierung, Bildung oder Impulse für Startups und den Mittelstand oder Stärkung der Selbstbestimmung der Bürger fehlten. Daher sollten sich die Bamberger für mich entscheiden und mit beiden Stimmen die FDP wählen, denn ich setze mich für Zukunftsthemen ein.

Frage 2: Wahlprogramme sind lang und haben viele Punkte. Welches Thema läge Ihnen besonders am Herzen, wenn Sie in den Bundestag einziehen würden und warum?

Badum: Ich setze mich beruflich und politisch für Erneuerbare Energien in Bürgerhand ein. Ich möchte endlich Weg vom Öl, das Schuld ist an vielen Kriegen und viel Leid.
Mir ist es auch sehr wichtig, die Lebenssituation von Frauen zu verbessern. Da gibt es noch jede Menge zu tun, denken Sie nur an die ungleiche Bezahlung.

Klanke: Der soziale Ausgleich bei Einkommens- und Vermögensverteilung, weil gerade hier in Deutschland grobe Ungerechtigkeit herrscht.

Silberhorn: Ich setze mich ein für wirtschaftliche Dynamik, für innere Sicherheit und für eine verantwortungsvolle Rolle Deutschlands in der Welt. Mein besonderes Augenmerk gilt Familien und Mittelstand, denn sie sorgen für wirtschaftliche und soziale Stabilität.

Schiffers: 1. Wir müssen die unkontrollierte Masseneinwanderung stoppen. Die Einwanderung, wie wir sie die letzten Jahre in Deutschland erlebt haben, führt zu einer massiven Belastung der Sozialsysteme, zu schwerwiegenden sozialen Schieflagen und damit zu Spannungen innerhalb unserer Gesellschaft. Menschen, die wirklich politisch verfolgt werden wollen und müssen wir Schutz auf Zeit bieten- der Großteil der Migranten sind jedoch Menschen, die deshalb zu uns kommen, weil die Sozialleistungen in Deutschland höher sind als anderswo. Die Menschen die ein besseres Leben haben wollen kann ich verstehen- Deutschland wäre aber schnell überfordert (bzw. ist es schon jetzt längst), wenn wir jeden aufnehmen, der es irgendwie in unser Land schafft. Wir sollten lieber aufhören, Kriege direkt und indirekt zu unterstützen, die ganze Länder ins Chaos stürzen und so zu Fluchtbewegungen beitragen.

2. Die Bürgerrechte und Freiheitsrechte in diesem Land werden immer mehr eingeschränkt. Hiergegen kämpft die AfD an! Aktuelles Beispiel ist das NetzwerkDG- ein reines Zensurgesetz, welches die Meinungsfreiheit erheblich einschränkt. Ebenfalls kritisch sehe ich z.B. auch die schrittweise Einschränkung der Bargeldnutzung. Bargeld ist Freiheit! Der gläserne Bürger, der bei ausschließlich digitalem Zahlungsverkehr zwangsläufig kommen würde, ist für mich eine Horrorvision.

3. Die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Wir wollen den GEZ-Zwangsbeitrag abschaffen. Stattdessen wollen wir einen freiwilligen Beitrag- nur wer diesen zahlt, sollte künftig den öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch empfangen können. Auch der politische Einfluss in den öffentlich-rechtlichen Sendern ist viel zu groß und muss beschnitten werden.

Schwarz: Mein Herzensanliegen als Finanzpolitiker ist der Kampf für Steuergerechtigkeit. Dazu gehört zum einen die Entlastung von kleinen und mittleren Einkommen. Zum anderen leitet mich der Kampf gegen Steuerbetrug und Steuervermeidung. Dass Superreiche, unter Mithilfe deutscher Banken, ihr Geld im Ausland verstecken und amerikanische Großkonzerne hier gar keine Steuern zahlen wollen, während der Bäckermeister in Bamberg brav seine Steuern zahlt – das will ich ändern!

Körber: Neben dem unter 4 dargestellten Punkt der Wohneigentumsbildung auch der Bereich der Selbstbestimmung und der Schutz der Privatsphäre. Ich möchte, dass jeder so viel als möglich selbst entscheiden kann, ohne zu viel Bürokratie, Regulierung und Vorgaben, da ich an kluge und fähige Bürger glaube, die es zu stärken gilt, nicht den Staat.


Für die Teilnahme bedanken wir uns herzlich bei allen Direktkandidaten.

Hier geht es weiter zum zweiten Teil es Interviews.

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