Der Eismacher
Daheim in der Fremde

Der Eismacher

Bamberg hat ca. 75.000 Einwohner. Nicht jeder von Ihnen ist jedoch auch in Bamberg aufgewachsen.

Einige haben für diese neue Heimat sogar ihre Familie und ihr Geburtsland hinter sich gelassen – Eisdielenbesitzer Mirco Biasini ist einer dieser Migranten. Wir haben ihn in seinem Café an der Oberen Brücke getroffen und ihn gefragt, wie es für ihn war in Bamberg Fuß zu fassen.

Meister: Wieso sind Sie nach Bamberg gekommen?

Biasini: In der Hotelfachschule in Italien habe ich damals Französisch gelernt und hatte nur wenige Stunden Deutsch. Ich wollte diese Sprache nach meinem Abschluss aber gerne noch richtig lernen und sie perfektionieren, daher bin ich nach Deutschland gekommen. Mein Nachbar war bereits nach Deutschland gegangen und hatte hier in Bamberg ein Lokal und bei ihm habe ich dann angefangen.

Meister: Was hat Sie dazu bewogen in Bamberg zu bleiben?

Biasini: Das war dann wohl die Liebe. Ich habe hier meine Freundin kennengelernt und dann meinen Aufenthalt immer jahrweise verlängert. Eigentlich waren nur sechs Monate geplant aber irgendwann war dann klar, dass ich wohl hierbleibe. Und Bamberg als Stadt ist einfach schön.

Meister: Wie fühlen Sie sich in die Gemeinschaft hier integriert?

Biasini: Die Anfänge hier waren nicht einfach, ich habe die Sprache nicht richtig beherrscht und alles fühlte sich fremder an, als wenn man heute innerhalb von Europa reist. Die Leute wurden erst aufgeschlossener, als sie merkten, dass ich mir Mühe gab die Sprache zu lernen, zu arbeiten und mich zurecht zu finden. Heute ist das anders, durch Europa und die jüngeren Generationen sind die Menschen viel offener geworden. Man sollte auf keinen Fall ohne ein Ziel in ein fremdes Land kommen und daraufhin arbeiten um sich integrieren zu können.

Meister: Hat es Ihnen dahingehend geholfen, Besitzer dieses Lokals zu sein?

Biasini: Natürlich, das hat es. Dadurch habe ich immer mit vielen Menschen zu tun gehabt und konnte auch wichtige Kontakte knüpfen. Das passiert sowohl durch die Gäste als auch meine Mitarbeiter.

Meister: Würden Sie Deutschland und insbesondere Bamberg jetzt als Ihre Heimat bezeichnen?

Biasini: Ja auf jeden Fall. Ich habe auch einen deutschen Pass und meine Kinder sind ebenfalls hier geboren und aufgewachsen und ich fühle mich hier heimisch. Zwei bis drei Mal im Jahr machen wir noch Urlaub in Italien bei meiner Familie, aber unsere Heimat ist hier.