Wie verschiedene Medien berichtet haben wird die Bamberger Sandkerwa in diesem Jahr offenbar nicht stattfinden. Gründe sind die aktuelle Sicherheitslage und das damit verbundene finanzielle Risiko für die ehrenamtlichen Veranstalter. Weiteres wollen der Bürgerverein 4. Distrikt der Stadt Bamberg und die Sandkerwa Veranstaltungs GmbH in einer Pressemitteilung am kommenden Samstag bekanntgeben.

Bereits im Jahr 2016 hatte es im Vorfeld der Sandkerwa gekriselt. Problematisch stellten sich auch hier Sicherheitsauflagen dar, welche im historischen Bamberger Sandgebiet nur schwer umsetzbar schienen. Nur kurzfristig war es gelungen das beliebte Volksfest, welches bereits seit den 50er Jahren eine feste Institution in der Domstadt war, zu retten. Die Folge war jedoch eine, im Vergleich zu den Vorjahren, deutlich abgespeckte Sandkerwa mit einem weitaus geringeren Umsatz als in der Vergangenheit.

Mit der Absage der 67. Sandkerwa verliert Bamberg nicht nur einen Tourismusmagneten, sondern auch eines seiner kulturellen Wahrzeichen und ein wichtiges Stück der jüngeren Stadtgeschichte. Was die Absage für die Kultur und Veranstaltungen im öffentlichen Raum unserer geliebten Domstadt bedeutet, werden wir vermutlich in kommenden Wochen und Monaten intensiv diskutieren. Eines ist jedoch sicher: Wir werden die Sandkerwa vermissen.

68 Kommentare

  1. Immer wenn wir lachen, stirbt auf der Welt ein “Problem”, diesmal in Bamberg. Das urigste urbane Fest ist abgesagt, für das die Bamberger Bürgerschaft beim amerikanischen Stadtkommandanten immer wieder vorgesprochen haben, bis es 1950 wieder stattfinden durfte.
    UND NUN SOLL SCHLUSS SEIN ?
    Nur weil einige Sicherheitsprobleme sehen und weil die Kosten nicht gedeckt werden können.
    Die Stadt, lässt wie so oft seine Bürger im Regen stehen, hier den Bürgerverein IV.
    WO EIN WILLE, DA AUCH EIN WEG.
    Möchte nicht wissen, was der Weltkulturerbelauf gekostet hat. Auf einer Kirchweih kann man nicht so gut posieren, wie bei einem Sportevent.

  2. So eine Tradition im SAND verlaufen zu lassen, ist mit Verlaub eine Schande! Ich hoffe, hier wird den Verantwortlichen dieser Entscheidung enormer Druck bereitet! Uns Bambergern das zu nehmen wäre eine bodenlose Frechheit….Fassungslos! Es war ja schon in aller Munde, aber dass die das durchziehen grenzt doch an kulturellem Schindluder und Unverfrorenheit……

  3. Thoughts from an American… I lived in Bamberg for almost twelve years all together… Never missed a Sandkerwa, was a magical time to walk through the city… all the smells, laughter and music wafting through the streets… memories of a life-time… Now as it seems the dream just keeps fading further and further away… Sad, sad indeed!

  4. Nun, als ich nach Bamberg 2000 gekommen bin,war sie auch noch nicht so massig. Da waren rund 300.000 da. Jetz waren es wie viele? 700.000? Das gibt das Gelände nicht her und zu Mainstream war es dann irgendwann auch. Wär sie doch regional geblieben und man hätte nicht mit der Kerwa die Werbetrommel für Bamberg gerührt,das sowieso bei Touris schon mehr als beliebt ist. Ist die Kerwa vielleicht Opfer des Marketings,Gewinnstrebens oder eigenen Erfolgs geworden?Bin gespannt auf die PK…

    • Warst du letztes Jahr auf der Sandkerwa? Da waren die Gassen nämlich kaum überfüllt, sondern alles recht entspannt. In den letzten Jahren waren es eher konstant 300.000 Besucher über die fünf Tage. Man könnte darüber nachdenken, die Sandkerwa in Richtung Markusplatz zu entzerren und so einen Rundgang zu ermöglichen. Das Konzept in der wunderschönen Innenstadt könnte eine Sanierung gebrauchen, aber das Fest an sich sollte erhalten bleiben.

  5. Auch wenn’s traurig ist, aber Sicherheit geht vor! Und bei diesem Gewühl in den engen Gassen kann kein Sicherheitskonzept greifen. Ein Duisburg, Paris, Nizza oder Berlin darf sich nicht wiederholen.
    Da muss die Politik endlich ihre Aufgabe erfüllen und das Thema “Sicherheit” für die Bürger erlebbar machen. Bessere Vernetzungen der Sicherheitsbehörden und Aufstockung des Personals; Videokameras im Öffentlichen Raum (ich habe nichts zu verbergen, also können Sie mich filmen und wenn’s ihnen Spass macht, dürfen die sich die Aufnahmen auch gern in 10 Jahren noch mal anschauen); vor allem aber sollten sie die bereits bestehenden Gesetze bis hin zu Gutachtern und Richtern im Sinne des Volkes endlich mal anwenden und voll ausschöpfen!

  6. Hätte man doch nicht absagen müssen. Nur ein paar dutzend Betonbarrieren, ein paar Hundertschaften Polizei, Ganzkörperkontrollen bei den drei Eingängen und die Kärwa wäre wieder ein Riesenspaß für die ganze Familie geworden. O.k. ein Restrisiko kann man dennoch nicht ausschließen. Hat sich aber trotzdem toll entwickelt, unser buntes Land!