Die Theatergruppe des Bamberger Jugendkulturtreffs IMMER HIN bringt im Mai eine göttliche Komödie mit Tiefgang auf die Bühne der Alten Seilerei. „Prometheus oder Die Abschaffung der Götter“ feiert am Mittwoch, den 9. Mai, Premiere. Weitere Aufführungen finden am 16., 17. und 18. Mai statt. Der Einlass ist jeweils ab 19 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr.

Tagaus, tagein leben die Götter ihr beschauliches Götterdasein auf dem Olymp. Alles könnte so friedlich und so angenehm dekadent sein, wären da nicht Prometheus (Sebastian Burkard) und sein neuestes Werk. Eigentlich ist er ja noch nicht mal ein Gott, sondern nur ein Titan, und doch bringt er die göttliche Welt ins Schwanken, als er zusammen mit Athene (Evi Plötz), der Göttin der Weisheit, die „Menschen“, wie er sie nennt, erschafft.

Anfangs sind diese noch nicht wirklich zu irgendetwas zu gebrauchen, aber mit Prometheusʼ Hilfe entwickeln sie bald eigene Ideen und Ideale. Als dieser ihnen dann – angestiftet von Hermes (Stefan Huber), der nicht nur Gott der Beredsamkeit, sondern auch der Gott der Diebe ist –, das Feuer des Götterschmieds Hephaistos (Ben Gehrig) klaut, ist der Fortschritt der Menschheit nicht mehr aufzuhalten: Aus der einfachen Bäuerin (Agnes Carlé) wird eine ambitionierte Mikrobiologin, die Müllerin (Mona Zöllner) entwickelt sich zur begeisterten Atomphysikerin, der Händler (Ludwig Thormann) stürzt sich in Aktiengeschäfte und treibt euphorisch den Weltmarkt voran, und die entschlossene Anführerin der Menschen (Judi Müller-Reichert) sucht nach neuen Mitteln, um alle Macht auf sich zu vereinen. Vor allem aber gelangen sie zu einer Erkenntnis: nämlich dass es die Götter überhaupt nicht gibt. Dem Göttervater Zeus (Henri Ganz), der Tag für Tag verzweifelt um die Anerkennung seiner Autorität ringt, passt diese Entwicklung natürlich überhaupt nicht in den Kram. Und so kommt ihm Hephaistosʼ neuestes Werk gerade recht: die wunderschöne Pandora (Rosa Molter) mit ihrer verhängnisvollen Büchse, gefüllt mit Leid, Unglück und allerlei Plagen, die dem Treiben des Prometheus und seiner Menschen ein Ende bereiten soll …

Bamberger Theaterstück auf Bamberger Bühne

Ob das gelingt und welche Wendungen das Schicksal bereithält, zeigt e.g.o.n. im Mai, wenn sie die Inszenierung „Prometheus oder Die Abschaffung der Götter“ von Manuel Müller auf die Bühne der Alten Seilerei bringen. Das Theaterstück aus der Feder des e.g.o.n.-Mitbegründers wurde 2003 in Bamberg uraufgeführt. Es war die erste Inszenierung des Ensembles, das sich damals noch schlicht „Theatergruppe des IMMER HIN“ nannte. Damals vom Publikum mit großer Begeisterung wahrgenommen, wurde der Text für die aktuelle Neuauflage vom Autor überarbeitet, aktualisiert und in Zusammenarbeit mit Regisseurin Judi Müller-Reichert an das bestehende Ensemble angepasst. Das Aufeinander-Treffen der Charaktere aus der griechischen Mythologie mit der sich rasch entwickelnden Menschheit wird musikalisch von „egonymous“ unter der Leitung von Jörg Rappl untermalt. Das Publikum erwartet somit ein weiteres Mal einen unterhaltsamen Theaterabend, der in fröhlicher e.g.o.n.-Manier ohne erhobenen Zeigefinger zum Lachen, aber auch zum Nachdenken einlädt.

Um allen Theaterinteressierten unabhängig von der Größe des Geldbeutels Kunstgenuss vom Feinsten zu präsentieren, spielt e.g.o.n. wie gewohnt mit freiem Eintritt. Zur Unkostendeckung werden die Zuschauer um einen finanziellen Beitrag gebeten, sodass Bambergs älteste rein ehrenamtlich agierende Theatergruppe auch künftig an diesem Konzept festhalten kann. Unterstützt wird e.g.o.n. auch diesmal wieder durch die Kulturförderung der Stadt Bamberg.

Weitere Informationen: www.egon.immerhin.de